Die Sonntagsfrage

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Die Sonntagsfrage

Um die momentanen Zustimmungswerte für die politischen Parteien in Deutschland und die sich abzeichnenden Wahltrends zu ermitteln, stellen Umfrageinstitute seit 1949 ...

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Die Sonntagsfrage

Um die momentanen Zustimmungswerte für die politischen Parteien in Deutschland und die sich abzeichnenden Wahltrends zu ermitteln, stellen Umfrageinstitute seit 1949 in regelmäßigen Abständen die sogenannte „Sonntagsfrage“: Dabei werden etwa ein- bis zweitausend nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen befragt, welche Partei sie wählen würden, wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre. Die Ergebnisse werden dann auf die gesamte Wahlbevölkerung hochgerechnet. Während der Legislaturperiode fungieren die Ergebnisse in erster Linie als Gradmesser der gegenwärtigen politischen Stimmung, doch je näher der Wahltag rückt, desto eher werden sie als Prognosen für den Ausgang der Wahl gelesen.

Zu den meistzitierten Meinungsforschungsinstituten, die in Deutschland Wahlumfragen erstellen, zählen Infratest dimap, die Forschungsgruppe Wahlen, Forsa, Emnid und das Institut für Demoskopie Allensbach. Sie verfolgen bei der Erhebung und Auswertung ihrer Ergebnisse eine ähnliche Methodik, deren Hauptschwierigkeit darin liegt, von den nur ein- bis zweitausend Befragten auf das Stimmverhalten der mehr als 40 Millionen tatsächlichen Wähler zu schließen. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt daher gewichtet, um sie hinsichtlich demografischer und anderer Faktoren wie Alter, Geschlecht und Bildung möglichst genau an die Struktur der gesamten Wählerschaft anzugleichen. Trotzdem bleibt immer ein unvermeidbarer statistischer Schwankungsspielraum, um den die Umfragedaten von den tatsächlichen Werten für die Gesamtbevölkerung abweichen können. So besagt ein Umfragewert von 40 % für eine Partei nur, dass der wahre Wert mit großer Sicherheit zwischen 38 und 42 % liegt.

Die Forschungsgruppe Wahlen gewichtet bei ihren „Projektionen“ außerdem „längerfristige Überzeugungen und auch taktische Überlegungen“ der Wähler; gegenüber den ohne diese Gewichtung veröffentlichten Daten (unter dem Titel „politische Stimmung“) ergeben sich so Unterschiede von teilweise mehr als fünf Prozentpunkten. In die Auswertung der Rohdaten fließen also zu einem erheblichen Teil die Hypothesen der Meinungsforscher ein. Den Umfrageinstituten wird in diesem Zusammenhang gelegentlich vorgeworfen, mit ihren Ergebnissen das tatsächliche Wahlverhalten zu beeinflussen.

Aus Umfragen gewonnene Wahlprognosen sind also mit einiger Vorsicht zu interpretieren. In der Tendenz liefern sie aber ein durchaus zutreffendes Bild der Stimmverteilung. Bei den letzten drei Bundestagswahlen wichen etwa die „Projektionen“ der FG Wahlen kurz vor der Wahl meist nur um ein bis zwei Prozentpunkte vom späteren Ergebnis ab; 2009 lagen sie bei der CDU/CSU allerdings deutlicher daneben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2016
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