Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Beschäftigte im öffentlichen Dienst
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Infografik Nr. 123511

Gegen die Aufblähung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland schien lange Zeit kein Kraut gewachsen. Der regulierende und intervenierende, betreuende und sorgende Staat war seinem Selbstverständ ...

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Gegen die Aufblähung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland schien lange Zeit kein Kraut gewachsen. Der regulierende und intervenierende, betreuende und sorgende Staat war seinem Selbstverständnis nach ganz auf Zuwachs programmiert. Als er an seine finanziellen Grenzen stieß – spätestens nach der deutschen Einigung –, wurde die kritische Durchleuchtung der Verwaltungstätigkeit jedoch unausweichlich. Begriffe, die bis dahin weitgehend der Privatwirtschaft vorbehalten waren (wie Dienstleistung, Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Kundenorientierung, Qualitätsmanagement), hielten nun auch im öffentlichen Sektor Einzug. Ein eigens dafür eingesetzter Sachverständigenrat unterbreitete Argumente und Vorschläge für einen „schlanken Staat“ (1997). Bund, Länder und Gemeinden begannen ihre Behördenstrukturen zu durchforsten. Öffentliche Aufgaben wurden zunehmend in rechtlich selbstständige Einrichtungen ausgegliedert oder privatisiert. Oft blieb es aber auch bei Stellenstreichungen auf Kosten einer planvollen Aufgabenerfüllung. Zudem fielen Leistungsangebote, zu denen die öffentliche Hand nicht zwingend verpflichtet ist (z.B. im kulturellen Bereich), immer öfter dem allgemeinen Sparzwang zum Opfer.

Veränderungen dieser Art prägten die Personalentwicklung des öffentlichen Dienstes vor allem in den 1990er Jahren, setzten sich zum Teil aber bis in die Gegenwart fort. Hatte der öffentliche Dienst 1991 noch 6,74 Mio Beschäftigte, so waren es auf dem Tiefpunkt der Entwicklung, im Jahr 2008, nur 4,51 Mio. Gut die Hälfte dieses Rückgangs war auf die Privatisierung von Post und Bahn zurückzuführen, ein Viertel auf Personaleinsparungen in den neuen Ländern, der Rest auf Stellenreduzierungen oder -auslagerungen im alten Bundesgebiet. Seitdem führten Personalaufstockungen u. a. an Hochschulen, bei Kindertagesstätten und bei der Polizei aber wieder zu einem leichten Anstieg der Beschäftigung. 2016 gab es rund 4,69 Mio Beschäftigte im öffentlichen Dienst, davon 3,19 Mio Vollzeit- und 1,50 Mio Teilzeitbeschäftigte.

Die öffentliche Verwaltung ist überwiegend Sache der Länder. Der Landesbereich weist deshalb mit 2,36 Mio Beschäftigten den größten Personalbestand auf. Er umfasst neben dem staatlichen Kernbereich auch öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Einrichtungen unter Aufsicht bzw. im Mehrheitsbesitz der Länder. Weitere 1,46 Mio Beschäftigte sind dem kommunalen Bereich zuzuordnen. Zum Bundesbereich gehören rund 489000 Beschäftigte, darunter 164000 Berufs- und Zeitsoldaten. Etwa 1,84 Mio Beschäftigte stehen als Beamte, Richter oder Soldaten in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, wie es für die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben zwingend vorgeschrieben ist.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 07/2017
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