Der Abfall eines Jahres
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Infografik Nr. 126610
Das Abfallaufkommen in Deutschland geht allmählich zurück - eine Folge auch der schwachen Konjunktur, vor allem in der Bauindustrie. Wie sich die Abfallmenge eines Jahres zusammensetzt und was mit ihr geschieht (Verwertung, Verbrennung, Ablagerung): In diesem ZAHLENBILD sind die wichtigsten Informationen zusammengefasst!
„Abfall“ ist ein schillernder Begriff: Was der eine als unbrauchbar ausrangiert, erscheint einem anderen vielleicht noch als nutzbares Wirtschaftsgut oder ist einem dritten als Sammelobjekt lieb und wert. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz definiert Abfall nüchtern und pragmatisch als alle Stoffe und Gegenstände, deren sich der Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Ob etwas Abfall ist oder nicht, hängt also in erster Linie vom Willen und Verhalten des Besitzers und von gesetzlichen Vorschriften zum Schutz der Allgemeinheit ab.
Die Entsorgung von Abfällen erfolgt entweder durch Verwertung – sei es in stofflicher Form (Recycling) oder zur Energiegewinnung – oder durch Beseitigung (ggf. mit Verbrennung als Nebenfolge, Ablage-rung). Nach den Ergebnissen der Abfallstatistik wurden in Deutschland 2024 rund 307 Millionen Tonnen Abfälle entsorgt (Nettoaufkommen). 2020 waren es noch 356 Mio t. Dieser Rückgang ist auf die konjunkturelle Schwäche und die rückläufige Bautätigkeit, zurückzuführen. Dennoch stellten ● Bau- und Abbruchabfälle mit 183 Mio t auch 2024 die mengenmäßig bedeutendste Abfallkategorie. Die ● Siedlungsabfälle (darunter Hausmüll, Sperrmüll und getrennt eingesammelte Wertstoffe) häuften sich zu einem Berg von rund 49 Mio t. ● Das bei der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen anfallende Restmaterial trug mit 29 Mio t zum Abfallaufkommen bei. Weitere 45 Mio t stammten vor allem aus ● Produktion und Gewerbe (z.B. Metallabfälle, Schlacken).
Zusätzlich führt die Statistik die bei der Abfallbehandlung entstehenden ● Sekundärabfälle auf, die eine nochmalige Behandlung durchlaufen müssen. Mit diesen zusammen belief sich das Abfallaufkommen 2024 auf 363 Mio t (brutto). Davon wurden gut vier Fünftel (296 Mio t) verwertet: 46 Mio t wurden einer energetischen Verwertung, z.B. als Ersatzbrennstoff in Zement-, Kalk- oder Kraftwerken, zugeführt; 250 Mio t fanden eine neue stoffliche Verwendung und wurden entweder recycelt (165 Mio t) oder zur Verfüllung von Baugruben, Hohlräumen usw. verwendet (84 Mio t).
Gefährliche Abfälle (Sonderabfälle) machten 2024 nahezu 24 Mio t (7 % des gesamten Abfallaufkommens) aus. Auch sie konnten zum größeren Teil wieder in den Verwertungskreislauf zurückgeführt werden. Sämtliche nicht verwertbaren Abfälle sind zur Vermeidung von Umwelt- und Gesundheitsschäden zu beseitigen, indem sie verbrannt oder sicher abgelagert werden. 2024 endeten knapp 3 Mio t in Verbrennungsanlagen; 59 Mio t, einschließlich des Bergematerials aus dem Bergbau, wurden deponiert.
| Ausgabe: | 08/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |