Was kostet die Gesundheit?

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Infografik Nr. 141265

Die Kosten des Gesundheitswesens sind ein Dauerthema der sozialpolitischen Reformdiskussion in der Bundesrepublik. Tatsache ist, dass sie über Jahrzehnte schneller anstiegen als die Wirtschaftslei ...

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Die Kosten des Gesundheitswesens sind ein Dauerthema der sozialpolitischen Reformdiskussion in der Bundesrepublik. Tatsache ist, dass sie über Jahrzehnte schneller anstiegen als die Wirtschaftsleistung und die Einkommen. Dazu trugen mehrere Ursachen bei: gesundheitspolitische Maßnahmen, die in den Leistungskatalog der Krankenversicherung eingriffen und den Kreis der Versicherten ausweiteten, die Entwicklung neuer, oft kostspieliger Diagnose- und Behandlungsmethoden, das Angebots- und Preisverhalten von Krankenhäusern, Ärzten, Pharmaindustrie usw., Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung, nicht zuletzt aber auch die wachsenden Ansprüche der Bürger an das Gesundheitssystem.

Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes gibt Auskunft über die Ausgabenentwicklung seit 1992. Damals wurden in Deutschland umgerechnet 153,1 Mrd Eurozeichen € für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit aufgewandt. 2015 lagen die laufenden Ausgaben (ohne Investitionen) bei 338,2 Mrd Eurozeichen €. Das entsprach 11,2 % des Bruttoinlandsprodukts – eine Quote, mit der die Bundesrepublik im internationalen Vergleich zwar weit hinter den USA (16,9 %), aber etwa auf einer Ebene mit Japan, Schweden, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz rangierte. Gemessen an den kaufkraftbereinigten Pro-Kopf-Ausgaben lag Deutschland 2015 mit rund 5350 US-$ im vorderen Feld der Industriestaaten, aber hinter den USA (9450 $), der Schweiz (6935 $) oder Norwegen (6565 $).

Den Großteil der Gesundheitsausgaben in Deutschland tragen die gesetzlichen Krankenkassen: 2015 allein 200,0 Mrd € (59 %). Weitere 30,5 Mrd € (9 %) entfielen auf die private Krankenversicherung. Die Privathaushalte gaben 46,1 Mrd € für Gesundheitsleistungen aus und zahlten damit schon fast 14 % der laufenden Ausgaben aus der eigenen Tasche. Der Rest verteilte sich auf die Pflegeversicherung (8 %) und die übrigen Sozialversicherungsträger, die Arbeitgeber und die öffentlichen Haushalte.

Wozu dienten diese Beträge? Den größten Posten (93,8 Mrd €) bildeten die Ausgaben für Arzneimittel, Hilfsmittel, Zahnersatz und sonstigen medizinischen Bedarf. Fast ebenso hoch (92,9 Mrd €) waren die Honorare für ärztliche Leistungen. Pflegerische und therapeutische Leistungen (einschließlich Mutterschaftsleistungen) wurden mit 90,6 Mrd € entgolten. Hinzu kamen 26,8 Mrd € für Unterkunft und Verpflegung im Krankenhaus. Neben den eigentlichen Gesundheitsausgaben wurden noch 20,9 Mrd € für den Ausgleich krankheitsbedingter Folgen und 90,7 Mrd € als Einkommensleistungen an Kranke (Lohnfortzahlung, Krankengeld) aufgebracht.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2017
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