Krankheitskosten

Krankheitskosten
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Infografik Nr. 141268

Krankheiten sind Störungen der körperlichen, geistigen oder seelischen Funktionen von solchem Ausmaß, dass sie medizinisch behandelt werden müssen. Sie ziehen für den einzelnen Betroffenen und für ...

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Krankheiten sind Störungen der körperlichen, geistigen oder seelischen Funktionen von solchem Ausmaß, dass sie medizinisch behandelt werden müssen. Sie ziehen für den einzelnen Betroffenen und für die gesamte Gesellschaft hohe Kosten nach sich. Diese ergeben sich zum einen • direkt aus dem finanziellen Aufwand des Gesundheitswesens für die Behandlung der Krankheiten sowie für Präventions-, Rehabilitations- und Pflegemaßnahmen. Darüber hinaus entstehen • indirekte Kosten in Form der volkswirtschaftlichen Verluste durch krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und vorzeitige Sterbefälle. Und schließlich könnte man auch die • Einschränkungen der Lebensqualität durch Schmerzen, Depressionen und Ängste zu den Krankheitskosten im weitesten Sinne rechnen. Da sich die indirekten Kosten aber nur schwer in Euro und Cent beziffern lassen, konzentriert sich die Kostenrechnung auf die direkten, medizinisch bedingten Aufwendungen.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts fielen in Deutschland im Jahr 2015 Krankheitskosten in Höhe von 338,2 Milliarden € an, das waren im Durchschnitt 4140 € je Einwohner. Auf die Krankheiten der männlichen Bevölkerung entfielen davon 148,7 Milliarden €, auf die der weiblichen 189,5 Milliarden €. Das entsprach einem Pro-Kopf-Betrag von 3700 € bei den Männern und 4570 € bei den Frauen.

Die Zuordnung der Krankheitskosten zu einzelnen Krankheiten stößt auf Schwierigkeiten, zumal wenn Mehrfacherkrankungen vorliegen, wie es bei älteren Menschen häufig der Fall ist. Das Zahlenwerk des Statistischen Bundesamts versucht die Kosten dennoch möglichst treffgenau den verschiedenen Diagnosen zuzurechnen. Danach entfielen 2015 allein 46,4 Milliarden € auf die Krankheitsgruppe der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. An zweiter Stelle standen die psychischen und Verhaltensstörungen mit 44,4 Milliarden €. Es folgten die Krankheiten des Verdauungssystems (zu denen auch die Zahnerkrankungen gehören) mit 41,6 Milliarden € und die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems mit 34,2 Milliarden €.

Die Krankheitskosten steigen mit fortschreitendem Alter deutlich an, so dass etwa die Hälfte der Gesamtkosten auf die Bevölkerung ab 65 Jahren entfällt. Die geringsten Kosten entstanden 2015 in der Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren mit durchschnittlich 1540 € pro Kopf für beide Geschlechter. Bei den Über-90-Jährigen lagen die Krankheitskosten dagegen mehr als 16-mal so hoch. Im Kindesalter (unter zehn Jahren) und im Alter von 60 bis unter 80 Jahren verursachen Männer höhere Pro-Kopf-Ausgaben als Frauen. In den übrigen Altersgruppen ist es umgekehrt.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2017
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