Entwicklung der Steuereinnahmen
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Infografik Nr. 181120
Die Höhe der Steuereinnahmen entscheidet letztlich darüber, was der Staat für seine Bürger leisten kann. Ihre Entwicklung hängt von der wirtschaftlichen Konjunktur, von Krisen, aber auch von finanzpolitischen Entscheidungen ab. Das zeigt ein Blick auf die Einnahmen-Kurve seit 1991 - für Sie zur Information!
Im modernen Leistungsstaat verlassen sich die Bürger auf die Finanzkraft ihres Staates: Er soll die soziale Sicherung der Menschen gewährleisten, eine tragfähige öffentliche Infrastruktur bereitstellen, die Energiewende begleiten, Wissenschaft und Forschung fördern, die wirtschaftliche Entwicklung durch zielgerichtete Hilfen stützen und anregen und die Verteidigungsfähigkeit stärken. Die Kehrseite dieser umfassenden Aufgabenzuweisung zeigt sich darin, dass der Staat die Mittel für seine Tätigkeit in Form von Steuern eintreiben muss. Stets handelt es sich dabei um einen Balanceakt zwischen Überforderung der Steuerzahler auf der einen und Einschränkung der staatlichen Leistungen auf der anderen Seite. Zwar besteht die Möglichkeit, den Leistungsspielraum des Staates durch die Aufnahme von Schulden zu erweitern, doch lässt sich diese scheinbare Lösung nur für eine begrenzte Zeit aufrechterhalten.
Die Entwicklung der Steuereinnahmen unterliegt meist konjunkturbedingten Schwankungen. Das gilt in besonderem Maß für die unmittelbar gewinn- und einkommensabhängigen Steuern wie die Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer oder die Kapitalertragsteuern. Mit einer gewissen Verzögerung sind aber auch die verbrauchsabhängigen Steuern (vor allem die Mehrwertsteuer) vom Auf und Ab der Konjunktur betroffen. Verfolgt man die Entwicklung in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre, so sprudelten die Steuereinnahmen in den Jahren 2000, 2008 und dank der steigenden Beschäftigung ab 2011 besonders stark. Dagegen stagnierte das Aufkommen in der Schwächephase zwischen 2001 und 2005; im Jahr 2009 hinterließ die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise tiefe Spuren in den öffentlichen Kassen und 2020 ließ die Corona-Pandemie die Steuereinnahmen einbrechen. Nach deren Überwindung wurde mit einem auch inflationsbedingt steilen Anstieg auf 990 Mrd € (2025) ein neuer Rekord verzeichnet.
Die Steuereinnahmen werden darüber hinaus aber auch durch politisch gewollte Eingriffe in das Steuerrecht beeinflusst. Auch dafür gab es in den Jahren seit der deutschen Einigung mehrere eindrückliche Beispiele. So war die Einnahmeschwäche der Jahre ab 2001 teilweise auch auf die Auswirkungen der großen Steuerreform 2000/2005 zurückzuführen, mit der die Senkung der Einkommen- und Körperschaftsteuer Bürger und Unternehmen entlastete. Im Gegenzug führte die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes von 16 auf 19 % im Jahr 2007 zu sprunghaft steigenden Steuereinnahmen. Trotz aller Schwankungen blieb die Steuerquote – die Steuereinnahmen gemessen am Bruttoinlandsprodukt – seit 1991 bemerkenswert stabil. Ihr Wert pendelte meist zwischen 20 und 23 %.
| Ausgabe: | 07/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |