Wirtschaftswachstum in den Ländern

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Infografik Nr. 230004

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In den Jahren nach der deutschen Einigung hatte die Bundesrepublik enorme wirtschaftliche und soziale Herausforderungen zu bestehen. Der von dramatischen Arbeitsplatzverlusten begleitete Umbau der ostdeutschen Wirtschaft und der verschärfte globale Wettbewerb lasteten schwer auf dem Land. Nach dem Boom der Jahre 1990/91 schienen die Wachstumskräfte lange Zeit wie gelähmt. Erst ab 2006 kam eine kräftigere Aufwärtsbewegung in Gang, unterbrochen durch den tiefen Einschnitt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09. Über den Zeitraum von 2005 bis 2016 erzielte die deutsche Wirtschaft ein reales Wachstum von 17 %; das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 1,4 %.

Betrachtet man die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Bundesländer, fällt die Bilanz jedoch sehr unterschiedlich aus. Für die ostdeutschen Flächenländer markierte das Jahr 1991 den Tiefpunkt nach dem Zusammenbruch der DDR-Planwirtschaft. Davon ausgehend, verzeichneten sie bis Mitte der 1990er Jahre einen steilen Aufschwung, der zu einem großen Teil durch staatliche Transferleistungen angetrieben wurde. Dank dieser anfänglich hohen Wachstumsraten machten die ostdeutschen Länder einen großen Sprung nach vorn: Wenn man von der Nulllinie des Jahres 1991 ausgeht, steigerten sie ihre reale Wirtschaftsleistung bis 1995 um 41 % (Sachsen-Anhalt) bis 54 % (Thüringen). Doch in der Folge verlangsamte sich das Tempo; trotz einer umfassenden Modernisierung der Infrastruktur und des Entstehens neuer industrieller Wachstumskerne entwickelte die ostdeutsche Wirtschaft keine selbsttragende Dynamik. Die Wachstumsraten der neuen Bundesländer glichen sich denen der alten an.

Wachstumsstärkstes Bundesland des letzten Jahrzehnts war Berlin. Nach langen Jahren des Abstiegs machte die Bundeshauptstadt endlich wieder Boden gut; zwischen 2005 und 2016 wuchs ihr Bruttoinlandsprodukt real um 26 %. Zwar leidet sie bis heute an den Folgen des industriellen Niedergangs und des Abbaus öffentlicher Stellen in den 1990er Jahren, doch hat sie den Rückschlag der Jahre 2008/09 gerade wegen ihrer nur noch geringen Abhängigkeit von der Industrie- und Exportkonjunktur vergleichsweise gut überstanden und inzwischen wieder deutlich an Attraktivität gewonnen. Auf Berlin folgen die süddeutschen Flächenländer Bayern und Baden-Württemberg, deren BIP 2005 bis 2016 um 24 % bzw. 23 % zunahm. Das von Strukturproblemen geplagte Nordrhein-Westfalen dagegen produzierte 2016 um nur 13 % mehr als 2005 und rangiert damit im unteren Drittel der Bundesländer. Schlusslicht im Ländervergleich der letzten Dekade ist das Saarland mit einem BIP-Zuwachs von lediglich 5 %.

Reihe: 53
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Ausgabe: 06/2017
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