Formen atypischer Beschäftigung

Formen atypischer Beschäftigung
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Infografik Nr. 247225

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt wurden „normale“ Arbeitsverhältnisse seit den 1990er Jahren in einem beträchtlichen Ausmaß durch atypische Arbeitsformen verdrängt bzw. ergänzt. Als „atypisch“ gelten dabei Beschäftigungen, die im Vergleich zum vollwertigen Arbeitsverhältnis deutliche Risiken und Einschränkungen für die Beschäftigten mit sich bringen, weil sie etwa von vornherein befristet sind, kein existenzsicherndes Einkommen abwerfen oder arbeits- und sozialrechtlich unzureichend abgesichert sind.

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Kennzeichen „normaler“ Arbeitsverhältnisse ist die unbefristete, arbeitsvertraglich abgesicherte, sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung regulärer Arbeitnehmer. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt wurde dieses traditionelle Beschäftigungsmuster seit den 1990er Jahren in einem beträchtlichen Ausmaß durch atypische Arbeitsformen verdrängt bzw. ergänzt. Als „atypisch“ gelten dabei Beschäftigungen, die im Vergleich zum vollwertigen Arbeitsverhältnis deutliche Risiken und Einschränkungen für die Beschäftigten mit sich bringen, weil sie etwa von vornherein befristet sind, kein existenzsicherndes Einkommen abwerfen oder arbeits- und sozialrechtlich unzureichend abgesichert sind.

Anhand des Mikrozensus lässt sich die Entwicklung atypischer Arbeitsverhältnisse über einen längeren Zeitraum verfolgen. Die Zahl der atypisch Beschäftigten stieg zwischen 1995 und 2010 von 4,85 auf 7,95 Mio, ging dann aber leicht zurück: auf 7,51 Mio im Jahr 2018. Waren 1995 rund 16 % der Arbeitnehmer atypisch beschäftigt, so kletterte dieser Anteil bis 2010 auf nahezu 26 % und lag 2018 immer noch bei mehr als 22 %. Das „Jobwunder“ der Jahre ab 2005 beruhte anfangs zu einem großen Teil auf der Zunahme atypischer Arbeit; ab 2011 entstanden jedoch überwiegend wieder Normalarbeitsplätze. Als „atypisch“ gelten in diesem Zusammenhang • Minijobs, • befristete Arbeitsverhältnisse, •Teilzeitarbeit von bis zu 20 Wochenstunden sowie • Zeitarbeit (Leiharbeit). Würde auch Teilzeit mit größerem Stundenumfang einbezogen, fiele der Anteil atypischer Arbeitsverhältnisse noch deutlich höher aus.

Die Ursachen für die Zunahme der atypischen Beschäftigungsformen sind vielschichtig. Arbeitgeber nutzen sie, um den Einsatz von Arbeitskräften flexibler an die Bedarfslage anzupassen und Arbeitskosten einzusparen. Durch Deregulierung des Arbeitsmarkts ebnete der Staat den Boden dafür. Für die Arbeitnehmer wiederum bieten die verschiedenen Spielarten der atypischen Beschäftigung häufig eine Möglichkeit, berufliche und private Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren. Sie können den (Wieder-)Einstieg ins Arbeitsleben erleichtern, dienen aber oft auch nur als Ausweichlösung, wenn die Suche nach einem Normalarbeitsplatz erfolglos bleibt.

Atypische Beschäftigung, so zeigt auch die Auswertung des Mikrozensus 2018, ist überwiegend Frauensache: 32 % aller Arbeitnehmerinnen, aber nur knapp 14 % der männlichen Arbeitnehmer stehen in einem derartigen Arbeitsverhältnis. Weitere Gruppen mit einem hohen Anteil atypisch Beschäftigter sind junge Arbeitnehmer (31 %) sowie Beschäftigte ohne anerkannte Berufsausbildung (40 %).

Reihe: 53
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Ausgabe: 11/2019
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