Das Gewicht der Löhne

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Infografik Nr. 286130

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Der Arbeitslohn der Beschäftigten ist für die Unternehmen ein Kostenfaktor. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie die Lohnaufwandsquote sollen Aufschluss darüber ...

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Das Gewicht der Löhne

Der Arbeitslohn der Beschäftigten ist für die Unternehmen ein Kostenfaktor. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie die Lohnaufwandsquote sollen Aufschluss darüber geben, wie sich dieser Kostenfaktor im zeitlichen Vergleich oder am Branchendurchschnitt gemessen darstellt. Dabei werden die entstandenen Lohnkosten auf den Umsatz des Betriebs oder des Unternehmens bezogen. Die Lohnkosten umfassen das gesamte Arbeitsentgelt der Beschäftigten: den Bruttolohn und den Arbeitgeberanteil an den Sozialbeiträgen. Ermittelt man den Anteil der Arbeitskosten am Umsatz ganzer Branchen, lassen sich typische Unterschiede zwischen lohnintensiven und kapitalintensiven Produktionszweigen feststellen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erzielten die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland 2015 einen Umsatz von insgesamt 1785 Mrd €. An die Beschäftigten wurden Bruttolöhne und -gehälter von 285 Mrd € ausgezahlt; das entsprach rund 16 % des Gesamtumsatzes. Zu den Branchen mit überdurchschnittlich hohem Lohnanteil gehörten die Produktion von Metallerzeugnissen (23 %), der Maschinenbau und die Herstellung elektrischer Ausrüstungen (jeweils 22 %). Es handelt sich dabei um Industriezweige, in denen nur in begrenztem Umfang Massenprodukte hergestellt werden, vielfach kundenspezifische Anforderungen erfüllt werden müssen und von den Beschäftigten hohes fachliches Know-how verlangt wird. Besondere Bedingungen herrschen daneben im Kohlenbergbau

Ein Beispiel für einen besonders niedrigen Lohnanteil liefert die Mineralölverarbeitung, eine Branche mit enormem Kapitalaufwand, hohem Rohstoffeinsatz, weitgehend automatisierten Produktionsprozessen und relativ geringer Beschäftigtenzahl. Unterdurchschnittlich ist der Lohnanteil aber auch in der Nahrungsmittelindustrie (10 %), in der Autoindustrie (12 %) und in der Metallerzeugung und -bearbeitung (Eisen- und Stahlindustrie, 13 %). In vielen Branchen geht der Lohnanteil am Umsatz auf längere Sicht zurück. Denn die Produktion wird zunehmend rationalisiert und automatisiert; zudem wurden ehemals betriebsinterne Arbeitsprozesse ausgelagert und gehen nun als Vorleistungen in die Produktion ein.

Bezieht man den Lohnaufwand nicht auf den Umsatz, sondern auf die im Unternehmen selbst erbrachte Wertschöpfung, ist der auf die Entlohnung der Arbeit entfallende Prozentsatz wesentlich höher. Nach der Input-Output-Rechnung des Statistischen Bundesamts machten die Arbeitnehmerentgelte in der deutschen Industrie 2012 insgesamt rund 61 % der Bruttowertschöpfung aus, im Produktionsbereich Maschinenbau 67 % und im Bereich Metallerzeugnisse sogar 71 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2016
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