Managergehälter

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Infografik Nr. 286355

Kaum ein anderes Beispiel befeuert so stark die gesellschaftliche Debatte über die wachsende Ungleichheit der Einkommen wie die Gehälter von Top-Managern. Nach einer Studie der Hans Böck ...

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Kaum ein anderes Beispiel befeuert so stark die gesellschaftliche Debatte über die wachsende Ungleichheit der Einkommen wie die Gehälter von Top-Managern. Nach einer Studie der Hans Böckler Stiftung verdienten die Vorstände der 30 DAX-Konzerne 2014 im Mittel 57-mal so viel wie ein durchschnittlicher Mitarbeiter ihrer Firma. 2005 hatte das Verhältnis noch beim 42-fachen gelegen. Auch die Finanzkrise ab 2008 hielt die Aufwärtsspirale der Managergehälter nicht auf.

Am krassesten ist das Missverhältnis von Vorstandsvergütung zu Mitarbeitergehältern bei Volkswagen. Beim größten aller deutschen Unternehmen erhielten die Vorstände 2014 das 141-fache Gehalt eines durchschnittlichen Beschäftigten – immerhin ein Rückgang gegenüber 2008, wo das Verhältnis noch das 192-fache betragen hatte. Unterhalb des 20-fachen lag die Vorstandsvergütung nur bei der Commerzbank und beim Kosmetikhersteller Beiersdorf. Bei der Commerzbank hing dies damit zusammen, dass sie Leistungen aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds erhalten hatte und sich im Gegenzug zu einer vorübergehenden Deckelung der Vorstandsgehälter verpflichten musste. Die Bezüge deutscher Manager sind auch im internationalen Vergleich großzügig. In Großbritannien oder den USA fallen die Managergehälter aber noch deutlich höher aus. So verdienten die Vorstände großer US-Konzerne 2014 durchschnittlich das 335-fache des Gehalts ihrer Mitarbeiter, wie eine Studie des Gewerkschaftsverbands AFL-CIO zeigt.Um die hohen Gehälter zu rechtfertigen, argumentieren die Unternehmensspitzen oft mit der Verantwortung und dem Druck, der auf Managern großer Unternehmen laste. Als Leistungsträger führten sie Konzerne mit enormer volkswirtschaftlicher Bedeutung, die dem Staat wichtige Steuereinnahmen und den Bürgern tausende Arbeitsplätze bescherten. Es lässt sich aber bezweifeln, ob z.B. ein Vorstand von VW tatsächlich die mehr als 140-fache Leistung eines durchschnittlichen Mitarbeiters erbringt. Als Druckmittel wird zudem gern vorgebracht, hochqualifizierte Manager würden in Länder mit günstigeren Konditionen abwandern, wenn ihre Bezüge in Deutschland beschränkt würden. Empirisch lässt sich ein solcher Zusammenhang jedoch nicht belegen. Eine gesetzliche Beschränkung von Vorstandsgehältern existiert in Deutschland bislang ohnehin nicht. Im Deutschen Corporate Governance Kodex, der seit 2001 für börsennotierte Gesellschaften und Gesellschaften mit Kapitalmarktzugang gilt, heißt es zwar, dass der Aufsichtsrat das Verhältnis der Vorstandsvergütung zur Vergütung der Belegschaft insgesamt berücksichtigen soll – doch ist das nur eine freiwillige Selbstauflage der Wirtschaft, die weitgehend wirkungslos geblieben ist.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 03/2017
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