Gesetzlicher Mindestlohn

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Infografik Nr. 287121

Mindestlöhne setzen eine Untergrenze für das vom Arbeitgeber an seine Beschäftigten zu zahlende Arbeitsentgelt. In den meisten Ländern der EU gilt ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn für alle Arbeitnehmer oder doch für einen großen Teil der abhängig Beschäftigten. In Deutschland wurde 2014 durch das Mindestlohngesetz ein allgemeiner Mindestlohn eingeführt.

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Mindestlöhne setzen eine Untergrenze für das vom Arbeitgeber an seine Beschäftigten zu zahlende Arbeitsentgelt. In den meisten Ländern der EU gilt ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn für alle Arbeitnehmer oder doch für einen großen Teil der abhängig Beschäftigten. In Deutschland wurde 2014 durch das Mindestlohngesetz ein allgemeiner Mindestlohn eingeführt: Seit dem 1.1.2015 gilt bundesweit eine Lohnuntergrenze (anfänglich festgelegt auf 8,50 € brutto pro Stunde). Allerdings sieht das Gesetz mehrere Ausnahmen vor: Jugendliche unter 18 Jahren und Auszubildende sind dauerhaft ausgenommen. Für Praktikanten gilt zwar grundsätzlich der Mindestlohn, nicht aber, wenn es sich um Praktika im Rahmen der Ausbildung oder des Studiums oder um freiwillige Praktika von bis zu drei Monaten handelt. Langzeitarbeitslose haben erst nach sechs Monaten in einem neuen Job Anspruch auf den Mindestlohn.

Die Höhe des Mindestlohns wird alle zwei Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst, so zuletzt im Juni 2018 mit einer Erhöhung auf 9,19 € (ab 1.1.2019) und einer weiteren Erhöhung auf 9,39 € (ab 1.1.2020). Zuständig dafür ist die Mindestlohnkommission. Sie besteht aus neun Mitgliedern, die auf Vorschlag der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer von der Bundesregierung ernannt werden. Die Kommission prüft, ob der Mindestlohn in seiner gegenwärtigen Höhe einen angemessenen Mindestschutz für Arbeitnehmer gewährleistet, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen oder die Beschäftigungslage zu gefährden. Zu berücksichtigen ist unter anderem auch die allgemeine Tarifentwicklung. Beschlüsse der Kommission können von der Bundesregierung durch Rechtsverordnung verbindlich gemacht werden.

Schon seit 1997 gibt es in Deutschland branchenspezifische Mindestlöhne, denen jeweils ein Tarifvertrag zugrundeliegt. Auf Antrag der Tarifpartner kann ein solcher Mindestlohn-Tarifvertrag vom Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt werden und gilt dann für die gesamte Branche. Diese Möglichkeit im Rahmen des Arbeitgeber-Entsendegesetzes war zunächst auf ausgewählte Wirtschaftszweige beschränkt, wurde 2014 jedoch auf alle Branchen ausgeweitet. Die Branchen-Mindestlöhne haben Vorrang vor dem allgemeinen Mindestlohn, sofern sie nicht darunter liegen. Auch ausländische Arbeitgeber sind daran gebunden; so sollen Betriebe und Beschäftigte vor Lohndumping durch im Inland tätige ausländische Firmen geschützt werden. Generell werden die Mindestlohnbestimmungen aber vor allem in privaten Haushalten und Kleinbetrieben sowie in Minijobs noch immer massiv unterlaufen.

Reihe: 53
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Ausgabe: 03/2019
Was eine Arbeitsstunde kostet Was eine Arbeitsstunde kostet
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Regeln für den Arbeitskampf Regeln für den Arbeitskampf
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Informelle Beschäftigung Informelle Beschäftigung
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Ausbildungsvertrag Ausbildungsvertrag
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Arbeit ab 55 Arbeit ab 55
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Das AGG im Arbeitsrecht Das AGG im Arbeitsrecht
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Das Betriebsverfassungsgesetz Das Betriebsverfassungsgesetz
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Die Sozialpartner Die Sozialpartner
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Das Arbeitsgerichtsverfahren Das Arbeitsgerichtsverfahren
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Die Arbeitsgerichtsbarkeit Die Arbeitsgerichtsbarkeit
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Arbeitskosten im Vergleich Arbeitskosten im Vergleich
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Arbeit lohnt sich Arbeit lohnt sich
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Armut und materielle Entbehrung Armut und materielle Entbehrung
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Betriebsratswahlen Betriebsratswahlen
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Die Organisation des DGB Die Organisation des DGB
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Entwicklung der Jahresarbeitszeit Entwicklung der Jahresarbeitszeit
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Der Gesundheitsfonds Der Gesundheitsfonds
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Elterngeld - Elternzeit Elterngeld - Elternzeit
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Mindestlöhne in der EU Mindestlöhne in der EU
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Die größten Volkswirtschaften Die größten Volkswirtschaften
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Tarifverträge Tarifverträge
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