Raucher auf dem Rückzug
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Infografik Nr. 292308
Rauchen ist ungesund. Mit Rauchverboten, Werbeeinschränkungen, Warnhinweisen und hohen Tabaksteuern versucht der Staat, das Rauchverhalten zu beeinflussen. Tatsächlich ist der Anteil der Raucher und Raucherinnen an der Bevölkerung im letzten Vierteljahrhundert gesunken. Zuletzt stagnierte der Rückgang allerdings - die Entwicklung von 1999 bis 2025 im Zahlenbild!
Bei kaum einem anderen Genussmittel sind die Risiken des Konsums so offenkundig wie beim Tabakrauchen. Rauchen führt zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atemwege, erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle und begünstigt die Entstehung mehrerer Krebsarten. An den direkten Folgen des Rauchens sterben in Deutschland jährlich bis zu 100 000 Menschen. Hinzu kommen mehrere Tausend Todesfälle durch Passivrauchen, den Aufenthalt in rauchbelasteter Umgebungsluft. Trotzdem bekennt sich in Deutschland immer noch fast ein Fünftel der Bevölkerung ab 15 Jahren (19 %) zum Rauchen, wie aus den Ergebnissen des Mikrozensus von 2025 hervorgeht. Die Nichtraucher sind jedoch in der Mehrheit: Mehr als die Hälfte der Befragten (59 %) hat noch nie geraucht, ein weiteres Fünftel (22 %) hat früher geraucht, es inzwischen aber aufgegeben.
Auch deutet die Entwicklung der letzten 25 Jahre auf eine allmähliche Abkehr vom Rauchen. Folgt man den Zahlen des Mikrozensus, geht der Anteil der Raucher an der Bevölkerung schrittweise zurück. Unter den Erwachsenen (ab 18 Jahren) sank der Anteil der Männer, die rauchen, zwischen 1999 und 2025 von 35 auf 23 %. Bei den Frauen verringerte sich der Anteil der Raucherinnen im gleichen Zeitraum von 23 auf 16 %. Viel stärker noch wandten sich die Jugendlichen (15- bis 17-Jährigen) vom Rauchen ab. Hier verringerte sich der Raucheranteil seit 1999 von 21 % bei den Jungen und 16 % bei den Mädchen auf jeweils 5 %. Allerdings zeichnen nicht alle Umfragen ein derart eindeutiges Bild: Die von der Universität Düsseldorf durchgeführte DEBRA-Studie (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten) ergab für die Zeit von 2016 bis 2026 einen Raucheranteil unter den 14- bis 64-Jährigen, der zwischen 30 und 42 % schwankte.
Die Reduzierung des Tabakkonsums ist ein erklärtes Ziel der Politik. So will die weiterentwickelte Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 2025 erreichen, dass der Raucheranteil bei den Erwachsenen bis 2030 auf unter 19 % und bei den Jugendlichen auf unter 7 % sinkt. Der Gesetzgeber versucht den Tabakkonsum mit unterschiedlichen Maßnahmen zu beeinflussen, so durch das Abgabeverbot von Tabakwaren an Unter-18-Jährige, das seit 1975 auf immer mehr Bereiche ausgeweitete Verbot für Tabakwerbung, Warnhinweise auf Zigarettenpackungen oder die Anhebung der Tabaksteuer. Weitere Maßnahmen dienen dem Schutz von Nichtrauchern vor dem Passivrauchen. Seit 2002 müssen Arbeitgeber für den Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz sorgen; seit 2007 ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln untersagt und in der Gastronomie gelten je nach Bundesland unterschiedliche Rauchverbote.
| Ausgabe: | 06/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |