Entwicklung der Mieten

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Infografik Nr. 293742

Der Mietpreisindex spiegelt die ganze Breite des Mietwohnungsmarktes – mit einem Übergewicht der langjährig bestehenden Mietverhältnisse und einem Querschnitt aus Städten und ländlichen Regionen. Die Lage in den Brennpunkten des Mietenanstiegs schlägt sich in ihm nur als ein Teilaspekt nieder. Wo Wohnungsknappheit herrscht, und zwar vor allem in Großstädten und Universitätsstädten, sind die Mietsteigerungen und die Folgen für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen dafür umso heftiger.

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In Deutschland häufen sich die Klagen über steigende Wohnungsmieten. Vor allem aus Großstädten kommen Meldungen über explodierende Mietforderungen, eine zu hohe Belastung durch die Wohnkosten und die Verdrängung „normaler“ Mieter aus begehrten Innenstadtlagen. Bei einem Blick auf den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts deutet zunächst nichts auf besonders dramatische Mietsteigerungen. Für den Zeitraum 2000 -2018 weist die Statistik einen Anstieg der Nettokaltmieten im Bundesgebiet um knapp 25 % aus. Das entspricht einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,4 % pro Jahr. Die Mieten kletterten damit sogar etwas langsamer als die Verbraucherpreise insgesamt (1,7 % pro Jahr).

Der Mietpreisindex spiegelt die ganze Breite des Mietwohnungsmarktes – mit einem Übergewicht der langjährig bestehenden Mietverhältnisse und einem Querschnitt aus Städten und ländlichen Regionen. Die Lage in den Brennpunkten des Mietenanstiegs schlägt sich in ihm nur als ein Teilaspekt nieder. Wo Wohnungsknappheit herrscht, und zwar vor allem in Großstädten und Universitätsstädten, sind die Mietsteigerungen und die Folgen für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen dafür umso heftiger. Einen Eindruck davon vermitteln die aktuellen Angebotsmieten in Anzeigen oder Internetportalen, d. h. die Mietpreisvorstellungen der Vermieter bei einer Neu- oder Wiedervermietung. Nach Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBRS) beliefen sich die Angebotsmieten in Deutschland 2018 im Durchschnitt auf 8,41 € je Quadratmeter (netto, kalt). In den Großstädten mit mehr als 500 000 Einwohnern lagen sie aber schon bei 11,20 €/qm und in München mit seinem besonders engen Wohnungsmarkt sogar bei 17,73 €/qm.    

Vor allem in Großstädten, in denen nicht genügend Wohnungen zur Verfügung stehen, übersteigen die Angebotsmieten immer stärker die Bestandsmieten. Um solche Preissprünge zu abzuschwächen, wurde 2015 die sogenannte Mietpreisbremse eingeführt: In Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“ – welche das sind, legen die einzelnen Bundesländer fest – darf der Mietpreis bei Neuvermietungen nicht mehr als 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten u.a. für die Erstvermietung von Neubauten oder nach umfassender Modernisierung. Wie die Bundesregierung im August 2019 ankündigte, soll die inzwischen verschärfte Regelung bis 2025 verlängert werden. Das Bundesland Berlin plant derweil die Einführung eines „Mietendeckels“, der eine vom Alter und der Ausstattung der Wohnung abhängige Mietobergrenze festlegt.

Reihe: 53
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Ausgabe: 09/2019
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