Kernkraftwerke in Deutschland

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Infografik Nr. 370452

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Kernkraftwerke mit Leichtwasserreaktoren in großen Leistungseinheiten erreichten in den 1960er Jahren den Durchbruch zur technischen und wirtschaftlichen Reife und konnten dadurch zur Stromproduktion eingesetzt werden. In der Bundesrepublik Deutschland wurde erstmals 1961 durch den Versuchsreaktor Kahl bei Aschaffenburg Atomstrom erzeugt. Die kommerzielle Nutzung der Kernenergie begann 1972 mit der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Stade. Bis Ende der 1980er Jahre setzte sich der Aufbau der atomaren Stromerzeugung in der Bundesrepublik fort. Ihren Leistungshöhepunkt erreichte sie im Jahr 2001, als 19 Kernkraftwerke zusammen 171,3 Mrd Kilowattstunden (kWh) Strom produzierten und damit 29 % zur Bruttostromerzeugung in Deutschland beitrugen.

Weitergehende Ausbaupläne wurden nicht mehr verwirklicht. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl (1986) und wegen des ungelösten Problems der Endlagerung atomarer Abfälle wären sie nur gegen massiven gesellschaftlichen Widerstand durchsetzbar gewesen. Angesichts der potenziellen Gefahren der Kernenergie leitete die rot-grüne Bundesregierung Ende der 1990er Jahre einen energiepolitischen Kurswechsel mit dem Ziel des Atomausstiegs ein. Im Juni 2000 verständigten sich Regierung und Kraftwerksunternehmen im sogenannten Atomkonsens über den Restbetrieb der deutschen Kernkraftwerke bei einer verbleibenden Nettostromproduktion von maximal 2623 Mrd kWh (ab dem 1.1.2000). Die 2002 im Atomgesetz verankerte Regelung sah eine Befristung der AKW-Betriebszeiten auf 32 Jahre vor und legte für jedes Kernkraftwerk eine Reststrommenge fest, die bis zur Stilllegung noch produziert werden durfte. Eine Übertragung von Stromkontingenten auf andere Kernkraftwerke sollte unter Bedingungen zulässig sein.

Im Oktober 2010 beschloss die nunmehr regierende CDU/CSU/FDP-Koalition jedoch eine Aufstockung der Reststrommengen um rund 1800 Mrd kWh, gleichbedeutend mit einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten um 8 bis 14 Jahre. Dieser Beschluss hatte indes nur wenige Monate Bestand. Nach dem Reaktorunfall im japanischen AKW Fukushima Daiichi (11.3.2011) erfolgte eine erneute energiepolitische Kehrtwende. Die von der Kanzlerin eingesetzte Ethik-Kommission empfahl, die Nutzung der Kernenergie innerhalb von zehn Jahren zu beenden. Dem folgte die Gesetzgebung und hob mit der am 6.8.2011 in Kraft getretenen Atomgesetz-Novelle die Betriebsgenehmigung für acht Kernkraftwerke auf. 2015 ging das Kraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz, 2017 folgte Block B des Kraftwerks Gundremmingen. Die übrigen sieben AKW sollen bis 2022 abgeschaltet werden.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2018
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