Wohnungslose in Deutschland

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Das Problem der Wohnungslosigkeit in Deutschland nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Es ist eng verbunden mit der zunehmenden Knappheit an bezahlbarem Wohnraum, insbesondere in den wirtschaftlich prosperierenden Großstädten und Ballungsgebieten. Rasch steigende Mieten und daraus resultierende Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche treten als Folge der Finanzkrise von 2008 verstärkt in Erscheinung. Auf der Suche nach gewinnbringenden Anlagen konzentrierten sich Investoren zunehmend auf Sachwerte. In Erwartung höherer Renditen wurden Wohnimmobilien in städtischen Zentren zu einem bevorzugten Anlageobjekt. Das Nachsehen haben Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen, die oft die gestiegenen Mieten nicht mehr aufbringen können, denen es auf dem engen Wohnungsmarkt aber auch nicht gelingt, eine günstigere Alternative zu finden. Denn die Neubautätigkeit bleibt seit Jahren hinter dem wachsenden Bedarf zurück.

Immer mehr Menschen sind deshalb wohnungslos: Sie haben ihre alte Wohnung verloren – z.B. durch Kündigung, Räumung, Trennung oder Scheidung – und sind noch auf der Suche nach einer neuen. Sie kommen nur behelfsmäßig bei Verwandten und Bekannten, in Hotels oder auf Campingplätzen unter. Im äußersten Fall werden sie sogar obdachlos und landen auf der Straße. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) unterstreicht diese Beschreibung eines sozialen Notstands mit Zahlen zur Struktur der Wohnungslosigkeit. 2016 gab es in Deutschland schätzungsweise 422000 Menschen ohne Wohnung (Flüchtlinge nicht mitgezählt), nahezu doppelt so viele wie im Jahr 2008. Von ihnen waren 70 % alleinstehend. Ihre Chancen, ein eigenes Dach über dem Kopf zu finden, standen besonders schlecht, denn nach Einschätzung der BAG W fehlen auf dem deutschen Wohnungsmarkt mehr als 10 Mio Kleinwohnungen. Bei 92 % der Wohnungslosen handelte es sich um Erwachsene; 8 % waren Kinder und Jugendliche. Männer stellten fast drei Viertel, Frauen ein Viertel der wohnungslosen Erwachsenen. Etwa 52000 Menschen, häufig mittellose Zuzügler aus anderen EU-Ländern, waren ohne jede Unterkunft und lebten auf der Straße.

Erstmals hinzugeschätzt wurde die Zahl der anerkannten Flüchtlinge, die (noch) keine Wohnung finden konnten und in der Regel noch in den Gemeinschaftsunterkünften geduldet wurden – 2016 etwa 436000 Menschen. Insgesamt waren somit rund 858000 Menschen wohnungslos. Und ein weiterer Anstieg dieser Zahl ist abzusehen. Für 2018 rechnet die BAG W mit einer Zunahme auf 1,2 Millionen Wohnungslose.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2017
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