Bevölkerung der EU 2025-2100
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Infografik Nr. 707103
In einer Reihe von "wenn, dann"-Berechnungen fragt das Europäische Statistikamt danach, wie sich die EU-Bevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts weiterentwickeln könnte. Das Grundszenario ergibt einen Rückgang um 12 % gegenüber 2025. Vergleichen Sie, wie die einzelnen EU-Länder dabei abschneiden!
In den 27 Mitgliedstaaten der EU lebten Anfang 2025 rund 452 Millionen Menschen. Durch Zuwanderung nimmt sie bis Ende des Jahrzehnts noch leicht zu (auf 463 Mio 2029), schrumpft dann jedoch kontinuierlich. Nach Vorausberechnungen des europäischen Statistikamts Eurostat ist zu erwarten, dass sie bis 2050 auf 445 Millionen abnimmt und dann bis zum Ende des Jahrhunderts einem stärkeren Abwärtstrend folgt – mit einem Rückgang auf 399 Millionen im Jahr 2100. Diese Zahl liegt deutlich niedriger als in bisherigen Vorausberechnungen.
Das Grundszenario der Berechnungen geht von den derzeit erkennbaren Bevölkerungstrends aus und projiziert sie in die Zukunft. In anderen Varianten wird durchgespielt, wie sich Bevölkerungsentwicklung und -struktur verändern, wenn ihnen alternative Annahmen zur Lebenserwartung, Fruchtbarkeit oder zur Zuwanderung zugrunde liegen. Es handelt sich also um keine Prognosen, die mit einiger Sicherheit zutreffen, sondern um „Wenn, dann“-Berechnungen, mit deren Hilfe die denkbaren Entwicklungen abgesteckt werden.
Bewegt sich die Bevölkerung auf der im Grundszenario angenommenen Bahn, reicht die Zahl der Geburten bis 2100 in keinem Jahr aus, um die Sterbefälle aufzuwiegen. Die natürliche Bevölkerungsbewegung weist also ein dauerhaftes Defizit auf, wie es in Deutschland schon seit 1972 zu beobachten ist. Allein aufgrund der Zuwanderung wächst die EU-Bevölkerung anfangs noch für einige Jahre weiter und schrumpft danach langsamer, als das Geburtendefizit erwarten lässt. So stehen den 253 Millionen Geburten im Zeitraum von 2025 bis 2100 zwar nahezu 410 Millionen Sterbefälle gegenüber, da den Annahmen zufolge aber rund 104 Millionen Menschen zuwandern, beträgt der Bevölkerungsverlust letztlich „nur“ 53 Millionen – ein Rückgang um 12 % gegenüber 2025.
Allerdings schwankt die Bevölkerungsbilanz der einzelnen EU-Länder in einem breiten Spektrum zwischen Wachstum und Verlust. So wird die Bevölkerung in neun der 27 EU-Staaten bis 2100 zunehmen, am stärksten in den Kleinstaaten Luxemburg (+36 %) und Malta (+20 %). Auch Irland, Schweden, Dänemark, Belgien, die Niederlande und Spanien verzeichnen noch einen Bevölkerungszuwachs. Dagegen rutschen Frankreich und Deutschland, anders als in früheren Vorausberechnungen, ins Minus. Noch weit massivere Bevölkerungseinbußen kommen auf die meisten ost- und südosteuropäischen EU-Länder zu. Der größte Rückgang zeichnet sich für Lettland (-34 %), Litauen (-33 %) und Polen (-32 %) ab.
| Ausgabe: | 08/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |