Jung, nicht in Ausbildung, ohne Arbeit ...

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Infografik Nr. 726304

Als sogenannten NEETS (young people not in education, employment, or training) bezeichnet man junge Leute zwischen 15 und 29 Jahren, die keine Ausbildung oder Weiterbildung durchlaufen und auch keiner Arbeit nachgehenmachen. Sie machen in der EU einen beträchtlichen Teil ihrer Altersgruppe aus. Im EU-Durchschnitt zählten 2018 knapp 13 % der 15- bis 29-Jährigen zu den NEETs. Die Ursachen und Motive, aus denen junge Leute zu NEETs werden, sind ganz unterschiedlich.

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Sind sie die verlorene Generation: junge Leute zwischen 15 und 29 Jahren, die keine Ausbildung oder Weiterbildung durchlaufen und auch keiner Arbeit nachgehen? Die sogenannten NEETS (young people not in education, employment, or training) machen in der EU einen beträchtlichen Teil ihrer Altersgruppe aus. 2013 fiel noch mehr als ein Viertel der jungen Griechen, Italiener und Bulgaren unter diese Beschreibung. Und obwohl sich die Wirtschaftslage in Europa in den folgenden fünf Jahren deutlich verbesserte, stand in den genannten Ländern 2018 immer noch jeder vierte bis fünfte Jugendliche oder Jungerwachsene außerhalb des Ausbildungssystems und der Arbeitswelt. Im EU-Durchschnitt zählten 2018 knapp 13 % der 15- bis 29-Jährigen zu den NEETs.

Die Ursachen und Motive, aus denen junge Leute zu NEETs werden, sind ganz unterschiedlich. Für einen Teil der Betroffenen ist die Abkopplung vom Ausbildungs- und Berufssystem nur eine Übergangsphase, aus der sie selbst wieder herausfinden. So sind viele zwar arbeitslos, aber durchaus bereit, innerhalb kurzer Frist eine Stelle anzutreten. Andere haben prinzipiell den Wunsch zu arbeiten oder eine Lehre zu absolvieren, unternehmen von sich aus aber keine Schritte mehr zur Stellensuche, weil sie bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich keinen Erfolg ausrechnen. Drunter befinden sich häufig Jugendliche mit abgebrochener Schullaufbahn, vorzeitig aufgekündigter Ausbildung oder mäßigen Sprachkenntnissen. Für junge Frauen, zumal wenn sie nur über schwache Bildungsvoraussetzungen verfügen, ist die Betreuung eines Kindes oft der Anlass, sich aus dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu verabschieden. Die bewusste Verweigerung einer Ausbildung oder einer Arbeitsaufnahme dürfte eher die Ausnahme darstellen. Dafür spricht auch, dass der Anteil der NEETs zurückgeht, wenn sich die Konjunktur günstiger entwickelt.

Fast in allen EU-Ländern ist der Anteil der Bildungs- und Berufsaussteiger unter jungen Leuten ausländischer Herkunft deutlich höher als unter den im Inland Geborenen. 2018 zählten im EU-Durchschnitt rund 12 % der Inländer als NEETs; Ausländer aus Nicht-EU-Ländern waren mit 21,5 % aber fast doppelt so stark betroffen. Die bei weitem höchsten NEET-Quoten – sowohl bei Inländern (22,0 %) als auch bei Nicht-EU-Ausländern (34,1 %) – wies Italien auf. In Deutschland lag der Anteil der NEETs unter den Nicht-EU-Ausländern mit 20,5 % mehr als dreimal so hoch wie für die im Inland Geborenen (6,0 %). Das hat nicht nur mit der jüngsten Flüchtlingszuwanderung zu tun, sondern deutet auf generelle Probleme der Integration junger Ausländer ins deutsche Bildungs-, Ausbildungs- und Arbeitssystem.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2020
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