Einkommensungleichheit in der EU

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Infografik Nr. 737951

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Anhand statistischer Indikatoren soll für alle EU-Länder regelmäßig überprüft werden, welche Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren sozialen Integration erreicht worden sind. Eine dieser Messgrößen soll die Ungleichheit der Einkommensverteilung erfassen.

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Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen. Anhand statistischer Indikatoren soll für alle EU-Länder regelmäßig überprüft werden, welche Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren sozialen Integration erreicht worden sind. Darauf hatte sich der EU-Gipfel von Laeken 2001 verständigt. Eine dieser Messgrößen soll die Ungleichheit der Einkommensverteilung erfassen. Sie setzt das Einkommen des obersten Fünftels einer Gesellschaft ins Verhältnis zum Einkommen des untersten, ärmsten Fünftels. Wie aus Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat hervorgeht, ist die EU ihrem Ziel bisher noch kaum näher gekommen. Durch die Schuldenkrise mit ihren sozialen Verwerfungen nahm die Einkommensungleichheit in vielen Ländern sogar noch zu. Das Gesamtbild für die EU-28 stabilisierte sich zuletzt aber wieder: 2017 war das verfügbare Aquivalenzeinkommen im oberen Fünftel der EU-Bevölkerung rund 5,1-mal so hoch wie im unteren Fünftel.

Was bedeutet „verfügbares Äquivalenzeinkommen“? Erwerbseinkommen, Kapitalerträge, Renten/Pensionen und Sozialtransfers abzüglich Steuern und Sozialbeiträgen ergeben das verfügbare Einkommen eines Haushalts. Dieses wird dann bedarfsgewichtet auf die Haushaltsmitglieder umgelegt. Dabei wird unterstellt, dass Erwachsene einen größeren Bedarf haben als Kinder und dass größere Haushalte durch gemeinsames Wirtschaften eine Kostenersparnis erzielen. Die erste erwachsene Person eines Haushalts erhält das Gewicht 1, jeder weitere Erwachsene das Gewicht 0,5, jedes Kind den Wert 0,3. Das Haushaltseinkommen geteilt durch die Summe der Gewichte ergibt das Äquivalenzeinkommen jedes Haushaltsmitglieds.

Auf dieser Grundlage lässt sich der Grad der Einkommensungleichheit in den einzelnen Ländern der EU berechnen. In Tschechien liegen die Einkommen am dichtesten beieinander. Das oberste Fünftel hat dort etwa das 3,3-fache des untersten Fünftels zur Verfügung. Auch in Nordeuropa herrschen vergleichsweise homogene Einkommensverhältnisse. Anders in Südosteuropa sowie in den baltischen Staaten. So verfügt die oberste Schicht in Bulgarien, Rumänien, Litauen und Lettland über mehr als das 7-fache Einkommen der untersten Schicht. Große Einkommensunterschiede, in denen sich zum Teil noch die Folgen der Schuldenkrise spiegeln, herrschen auch in Südeuropa – in Spanien, Griechenland, Italien und Portugal. In Deutschland sind die Einkommensunterschiede geringer als in der EU insgesamt. 2017 verhielt sich das Einkommen des untersten zu dem des obersten Fünftels der Bevölkerung wie 1 zu 4,5; im Jahr 2000 lag das Verhältnis allerdings erst bei 1 zu 3,5.

Reihe: 53
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Ausgabe: 07/2019
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