OECD - Mitglieder und Organisation

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Infografik Nr. 622001

Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Cooperation and Development – OECD) trat am 30.9.1961 die Nachfolge der Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) an.

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Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Cooperation and Development – OECD) trat am 30.9.1961 die Nachfolge der Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) an. Gemeinsame Grundlage dieser atlantisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft sind die Ideen der Marktwirtschaft und der pluralistischen Demokratie. Ihr erklärtes Ziel ist es, eine engere wirtschaftspolitische Abstimmung zwischen ihren Mitgliedsländern zu erreichen (besonders in der Konjunktur-, Währungs- und Steuerpolitik), das Wirtschaftswachstum und die soziale Entwicklung zu fördern, den Welthandel auszuweiten und Länder außerhalb der OECD in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Die Aufgaben der am 16.4.1948 gegründeten OEEC bestanden ursprünglich im Wiederaufbau der kriegszerstörten Volkswirtschaften Westeuropas und in der Koordinierung der nationalen Aufbaupläne. Darüber hinaus strebten die damals 18 westeuropäischen OEEC-Länder eine weitgehende Liberalisierung des Handels- und Zahlungsverkehrs an. Sie errichteten 1950 die Europäische Zahlungsunion (EZU), die bis zur freien Konvertierbarkeit der Währungen die Verrechnung im europäischen Handelsverkehr vornahm. Nachdem sich die OEEC als wirksames Instrument wirtschaftlicher Zusammenarbeit erwiesen hatte, wurde sie 1961 zur OECD erweitert. Der neuen Organisation, die als wirtschaftliches Gegenstück zur NATO fungierte, schlossen sich neben den 18 westeuropäischen Staaten auch Kanada und die USA als Vollmitglieder an. Als weitere Mitgliedstaaten wurden 1964 Japan, 1969 Finnland, 1971 Australien und 1973 Neuseeland aufgenommen. Ein Zusatzprotokoll zum OECD-Abkommen regelte die Vertretung der Europäischen Gemeinschaft in der Organisation.

Mehr als dreißig Jahre spielte die OECD so mit Erfolg ihre Rolle als Denkzentrale der westlichen Industrieländer. Das Ende des Kalten Krieges zwischen den großen Militär- und Wirtschaftsblöcken, die zunehmende Verflechtung der Weltwirtschaft, die industrielle Aufholjagd der Schwellenländer in Ostasien und Lateinamerika und die Erkenntnis, dass die Probleme der globalen Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik nicht im Alleingang zu lösen sind, gaben in der ersten Hälfte der 1990er Jahre aber den Anstoß zu einer Neuorientierung. So öffnete sich die OECD über den Kreis der traditionellen (westlichen) Industrieländer hinaus und nahm nacheinander Mexiko (1994), Tschechien (1995), Ungarn, Polen, Südkorea (1996) und die Slowakei (2000) als Mitglieder auf. Parallel dazu verstärkte sie ihre Beziehungen zu anderen Ländern und Wirtschaftsräumen. 2007 kam die OECD überein, weitere Länder zu Beitrittsverhandlungen einzuladen und die Zusammenarbeit mit Brasilien, China, Indien, Indonesien und Südafrika zu intensivieren. 2010 wurden vier neue Mitglieder aufgenommen: Chile, Israel, Slowenien und Estland. 2016 kam Lettland, 2018 Litauen hinzu.

Als internationale Organisation ist auch die OECD von der Welle des nationalstaatlichen Denkens, des Populismus und des Protektionismus betroffen, die gegenwärtig die Welt überrollt und den Multilateralismus generell in Frage stellt. Sie sieht sich aber gerade dadurch herausgefordert, die Prozesse der Globalisierung zu analysieren und in internationaler Zusammenarbeit an der Lösung der auftretenden Probleme zu arbeiten. Dem Informationsaustausch und der Kooperation dienen etwa 250 Ausschüsse, Arbeits- und Expertengruppen, in denen nahezu alle Aspekte der Globalisierung zur Sprache kommen: Wirtschafts-, Handels- und Wettbewerbspolitik, Finanz- und Steuerpolitik, Währungspolitik, Finanzmärkte, Energieplanung und -sicherung, die Rolle der multinationalen Unternehmen, die wachsende Ungleichheit im internationalen Vergleich wie auch innerhalb einzelner Länder, Arbeitsmarktprobleme und Bildungswesen, Umweltschutz und Verbraucherpolitik, Wissenschaft, Technologie und Industrie, Tourismus, Verkehr, Verwaltung und die Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern. Im Wirtschaftspolitischen Ausschuss werden Stellungnahmen, Empfehlungen und Prognosen zur Konjunktur-, Struktur- und Währungspolitik der Mitgliedsländer ausgearbeitet. Von ihnen geht ein großer Einfluss auf die Koordinierung und Harmonisierung der einzelstaatlichen Politikansätze aus.

Oberstes Organ der OECD ist der Rat, in dem alle Mitgliedsländer und die EU mit je einer Stimme vertreten sind. Der Rat tritt in der Regel einmal jährlich zu einer Ministersitzung zusammen; daneben tagt er regelmäßig auf der Ebene der Ständigen Vertreter.

Reihe: 53
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Ausgabe: 08/2018
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