Das Nettovermögen der Haushalte

Das Nettovermögen der Haushalte
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Infografik Nr. 468020

Aus europäischen Vergleichsdaten ist bekannt, dass die privaten Vermögen in Deutschland relativ ungleich verteilt sind und die breite Masse über kein sehr großes Vermögenspolster verfügt. Dies birgt ein Risiko wirtschaftlicher und sozialer Instabilität, auch wenn der Staat in der Lage ist, Hilfebedürftige vor dem Abgleiten in absolute Armut zu bewahren.

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Die privaten Haushalte in Deutschland und ihre Finanzen sind Gegenstand einer Befragung, die von der Bundesbank 2017 zum dritten Mal nach 2010 durchgeführt wurde. Besonderes Interesse galt dabei der Vermögensverteilung und der Zusammensetzung der Vermögen. Aus europäischen Vergleichsdaten ist bekannt, dass die privaten Vermögen in Deutschland relativ ungleich verteilt sind und die breite Masse über kein sehr großes Vermögenspolster verfügt. Dies birgt ein Risiko wirtschaftlicher und sozialer Instabilität, auch wenn der Staat in der Lage ist, Hilfebedürftige vor dem Abgleiten in absolute Armut zu bewahren.

Nach den Ergebnissen der Bundesbank-Studie hatten die deutschen Privathaushalte 2017 im Durchschnitt ein Bruttovermögen von 262 500 € und ein Nettovermögen (nach Abzug der Schulden) von 232 800 € zur Verfügung. Wegen der Ungleichverteilung der Vermögen sind die Durchschnittswerte allerdings nicht sehr aussagekräftig. Besser geeignet ist der Medianwert, der die Haushalte in eine ärmere und eine reichere Hälfte teilt: Er belief sich 2017 auf 86 400 € für das Bruttovermögen und 70 800 € für das Nettovermögen. Das heißt: die eine Hälfte der Haushalte besaß weniger, die andere mehr als diesen Betrag. Jeder fünfte Haushalt verfügte über ein Nettovermögen von weniger als 3 000 € oder war sogar verschuldet. Auf der anderen Seite hatten die vermögendsten 10 % der Haushalte Sach- und Finanzwerte von 555 400 € und mehr in ihrem Besitz. Gegenüber der Befragung von 2014 profitierten Hauseigentümer von steigenden Immobilienwerten und konnten so ihr Vermögen deutlich steigern.

Die Vermögenssituation eines Haushalts steht in einem engen Zusammenhang mit der sozialen Stellung der Bezugsperson. Am komfortabelsten stellt sie sich bei den Pensionärs-Haushalten dar, bei denen die Hälfte über 353 200 € und mehr verfügte. Auch die Selbstständigen-Haushalte waren mit einem mittleren Vermögenswert von 211 000 € vergleichsweise gut gestellt. Bei ihnen ist allerdings zu bedenken, dass sie fürs Alter durch privaten Vermögensaufbau vorsorgen müssen. Weit geringer waren die mittleren Vermögen der Haushalte von Angestellten (76 900 €) und Arbeitern (26 900 €), während die Hälfte der Arbeitslosenhaushalte praktisch gar kein Vermögen (600 € oder weniger) besaß.

Entsprechend der Wirtschaftslage in den Regionen Deutschlands präsentiert sich die Vermögenssituation auch in ihrer geographischen Verteilung höchst unterschiedlich. Während sich die Haushalte im Süden (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen) auf ein mittleres Nettovermögen von 139 800 € stützen konnten, kamen die Haushalte in Ostdeutschland (einschließlich Berlin) nur auf 23 400 €.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 05/2019
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