Zahlungsverhalten: Bargeld oder Karte?
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Infografik Nr. 445211
Das Zahlungsverhalten der deutschen Verbraucher verändert sich in raschem Tempo. 2025 wurde erstmals mehr als die Hälfte der Einkäufe bargeldlos bezahlt. Welche Zahlungsmittel sind aktuell wie oft in Gebrauch? Und wofür werden sie in erster Linie eingesetzt?
Bei einem Einkauf können sich die Verbraucher meist zwischen mehreren Zahlungsmöglichkeiten entscheiden. Anhand repräsentativer Befragungen – zuletzt aus dem Jahr 2025 – geht die Bundesbank der Frage nach, wer in welcher Situation zu welchem Zahlungsmittel greift. Die Frage richtet sich auf die Bezahlung von Einkäufen, Handwerkerrechnungen usw.; wiederkehrende Zahlungen, die meist per Dauerauftrag oder Lastschrift erledigt werden, bleiben unberücksichtigt. Wie sich zeigt, hat sich das Zahlungsverhalten in Deutschland innerhalb weniger Jahre stark verändert. Lange Zeit wurde vorzugsweise bar bezahlt. Inzwischen haben andere Zahlungsarten aber an Bedeutung gewonnen. Angestoßen wurden diese Veränderungen durch die Corona-Pandemie, in der Bargeld oft nur ungern angenommen wurde, und durch technische Entwicklungen wie das kontaktlose Bezahlen. Zudem wird unbare Zahlung im Handel heute fast durchweg akzeptiert. Hinzu kommt, dass die Schließung von Bankstellen die Versorgung mit Bargeld erschwert.
2025 entfiel erstmals mehr als die Hälfte (55 %) der Zahlungsvorgänge (Transaktionen) im Alltag auf bargeldlose Zahlungen. Bargeld blieb mit einem Anteil von 45 % allerdings das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Es folgte die Debitkarte (meist die Girocard) mit einem Anteil von 26 %. Einen deutlichen Zuwachs verzeichneten die mobilen Zahlungsmittel (kontaktlose Karten, Smartphone oder Armband mit Zahlungsfunktion), deren Anteil auf 10 % der Zahlungsvorgänge anstieg. Gerade bei den täglichen Kleinbetragskäufen machten sie dem Bargeld zunehmend Konkurrenz. Bei Käufen im Internet nutzen die Kunden in der Hälfte der Fälle ein spezifisches Internet-Zahlverfahren wie PayPal oder Apple Pay; deren Anteil an der Gesamtheit der Zahlungsvorgänge stieg 2025 auf 6 % und war damit doppelt so hoch wie 2023.
Geht man nach dem Zahlbetrag, so rangierte die Debitkarte 2025 vor allen übrigen Zahlungsmitteln: ihr Anteil an der Summe der getätigten Umsätze lag bei 28 %. Mit Bargeld wurden nur noch 23 % der Kauf-summe beglichen. Überweisungen und Lastschriften wurden zwar nur für 6 % der Zahlungsvorgänge genutzt, deckten aber ebenfalls 23 % der Zahlbeträge ab. Mit ihnen werden meist höhere Rechnungsbeträge bezahlt. Kreditkarten kamen auf einen Umsatzanteil von 9 %. Deutlich zugelegt haben Internet-Zahlverfahren (mit 9 %) und mobile Zahlverfahren (mit 7 % der gesamten Zahlbeträge).
Obwohl die Bargeldnutzung zurückgeht, ist die Wertschätzung des Bargelds ungebrochen. 68 % der Befragten sprechen sich dafür aus, überall mit Bargeld bezahlen zu können; weitere 18 % wollen, dass dies zumindest in lebenswichtigen Bereichen gewährleistet ist.
| Ausgabe: | 10/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |