Geburtenrückgang und Kinderlosigkeit

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Infografik Nr. 021315

Geburtenrückgang und Kinderlosigkeit

Ab Mitte der 1960er Jahre sank die Zahl der Geburten innerhalb eines Jahrzehnts in einer raschen Abwärtsbewegung auf ein dauerhaft niedriges Niveau ...

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Geburtenrückgang und Kinderlosigkeit

Ab Mitte der 1960er Jahre sank die Zahl der Geburten innerhalb eines Jahrzehnts in einer raschen Abwärtsbewegung auf ein dauerhaft niedriges Niveau. Der rückläufigen Gesamtzahl der Neugeborenen entsprach ein Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau. Brachten die Frauen des Geburtsjahrgangs 1934 im Durchschnitt noch 2,2 Kinder zur Welt, so verringerte sich diese Zahl bei den Frauen des Jahrgangs 1943 bereits auf 1,8 Kinder. In diesem Rückgang spiegelt sich das Tempo des sozialen Wandels, der sich zwischen den 1960er und 1970er Jahren vollzog und auch das Geburtenverhalten nachhaltig beeinflusste. Die Frauen des Jahrgangs 1963, die inzwischen das 50. Lebensjahr überschritten haben, so dass von ihnen keine Geburten mehr zu erwarten sind, brachten im Durchschnitt nur noch 1,6 Kinder zur Welt.

Nach Einschätzung des Statistischen Bundesamts ist in den nächsten Jahren mit einem weiteren Absinken der durchschnittlichen Kinderzahl zu rechnen. Doch da die Frauen der jüngeren Jahrgänge noch Kinder bekommen können, lassen sich dazu vorerst keine sicheren Aussagen machen. Schon seit einem Jahrzehnt ist aber der Trend erkennbar, dass die Geburten immer weiter aufgeschoben werden. Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der ersten Geburt lag in Westdeutschland zuletzt bei fast 30 Jahren, in Ostdeutschland bei 28 Jahren. Werden die aufgeschobenen Geburten nicht bis zum Ende des gebärfähigen Alters nachgeholt, geht die durchschnittliche Kinderzahl je Frau zwangsläufig weiter zurück.

Beschränkt man die Betrachtung auf die Frauen, die überhaupt Kinder geboren haben, erscheint die Entwicklung viel stabiler. Zwar gab es in den älteren Jahrgängen mehr Mütter mit drei und mehr Kindern, aber der Anteil derer, die ein oder zwei Kinder zur Welt brachten, hat sich über Jahrzehnte kaum verändert. Im Durchschnitt bekamen die Mütter der Geburtsjahrgänge von 1943 bis 1977 im Lauf ihres Lebens gleichbleibend 2,0 Kinder.

Somit ist für den Rückgang des Geburtenniveaus der steigende Anteil kinderloser Frauen ausschlaggebend. War Kinderlosigkeit für die heute 65- bis 75-Jährigen mit einem Anteil von 12% noch eine relativ seltene Erscheinung, so blieb von den 45- bis 54-Jährigen bereits jede Fünfte (19%) kinderlos. In Westdeutschland liegt der Anteil der Kinderlosen über alle Altersgruppen hinweg höher als in Ostdeutschland. Besonders ausgeprägt ist die Kinderlosigkeit bei Frauen mit höherer Ausbildung. So sind im Westen 30% und im Osten 20% der 45- bis 49-jährigen Frauen mit akademischem Abschluss kinderlos geblieben.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2013
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