Leben mit Hartz IV

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Infografik Nr. 174094

Die Grundsicherung für Arbeitsuchende – umgangssprachlich auch kurz „Hartz IV“ genannt – sichert als staatliche Sozialleistung den Lebensunterhalt von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen und den mit ihnen in einer „Bedarfsgemeinschaft“ zusammenlebenden Personen.

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Die Grundsicherung für Arbeitsuchende – umgangssprachlich auch kurz „Hartz IV“ genannt – sichert als staatliche Sozialleistung den Lebensunterhalt von erwerbsfähigen Hilfebedürftigen und den mit ihnen in einer „Bedarfsgemeinschaft“ zusammenlebenden Personen. Sie besteht im Wesentlichen aus dem Arbeitslosengeld II (für Erwerbsfähige ab 15 Jahren bis zur Rentenaltersgrenze), dem Sozialgeld (für Nichterwerbsfähige – in der Regel Kinder unter 15 Jahren), den Wohn- und Heizkosten sowie den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen. Empfänger des Arbeitslosengelds II sind überwiegend Langzeitarbeitslose, darüber hinaus aber auch beschäftigungslose jüngere Leute, die an der Schwelle zum Erwerbsleben noch keinen Anspruch auf reguläres Arbeitslosengeld erworben haben. Hinzu kommen Personen, die ihren Arbeitsverdienst oder ihr Arbeitslosengeld durch Hartz IV aufstocken müssen.

Mitte 2018 waren im Bundesdurchschnitt rund 8 % aller erwerbsfähigen Erwachsenen und 15 % aller Kinder unter 15 Jahren auf solche Hilfeleistungen angewiesen. Im Ländervergleich zeigen sich allerdings starke Abweichungen von diesem Durchschnitt. An ihnen lässt sich die unterschiedliche Wirtschafts- und Beschäftigungslage der Bundesländer ablesen: Wo es an auskömmlicher Arbeit fehlt, sind mehr Menschen auf soziale Unterstützung angewiesen. Besonders hoch ist die Quote im Stadtstaat Bremen. Dort mussten Mitte 2018 etwa jeder sechste erwerbsfähige Erwachsene und ein Drittel aller Kinder ALG II bzw. Sozialgeld in Anspruch nehmen. Ähnlich prekär stellte sich die Lage in Berlin dar. In den westdeutschen Ländern Hamburg, Saarland und Nordrhein-Westfalen gab es ebenfalls einen erhöhten Hilfebedarf. In Ostdeutschland wiesen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich hohe Hilfequoten auf. Deutlich besser als im Bundesdurchschnitt stellte sich die Situation dagegen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern dar. Betroffen sind überall in erster Linie die städtischen Ballungsgebiete.

Das Risiko der Hilfebedürftigkeit unterscheidet sich je nach Haushaltstyp erheblich. So musste Mitte 2018 gut ein Drittel (35 %) der Alleinerziehenden auf die Grundsicherung für Arbeitsuchende zurückgreifen. Von den Haushalten Alleinstehender nahmen fast 12 % diese staatliche Transferleistung in Anspruch. Bei Paaren mit Kindern lag die Hilfequote dagegen bei 8 % und noch niedriger war sie bei kinderlosen Paaren (knapp 3 %).

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften belief sich Mitte 2018 auf 3,1 Millionen; davon bestanden 1,7 Millionen aus einer einzelnen Person. Insgesamt lebten knapp 6 Millionen Menschen mit Hartz IV.

Ausgabe: 11/2018
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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