Erwerbstätige in Deutschland 1991-2025

Erwerbstätige in Deutschland 1991-2025
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Infografik Nr. 247127

Seit einem Tief in der Mitte der 1990er Jahre ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland tendenziell immer weiter gestiegen. Trotz der wirtschaftlichen Stagnation war 2024/25 sogar ein neuer Rekordstand zu verzeichnen. Die Summe der geleisteten Arbeitsstunden hielt mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt. Vergleichen Sie die beiden Zahlenreihen seit 1991!

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In den Jahren seit der deutschen Einigung entwickelte sich die Erwerbstätigkeit in mehreren Wellen. 1991 gab es in Deutschland noch rund 38,9 Mio Erwerbstätige. Durch den Umbau der ostdeutschen Wirt-schaft, den Konjunktureinbruch von 1993 und die verschärfte Rationalisierung im Westen ging diese Zahl im Lauf der 1990er Jahre auf rund 37,8 Mio zurück. Im anschließenden Aufschwung erreichte die Erwerbstätigkeit im Jahr 2000 mit 39,8 Mio ein neues Hoch, das allerdings nur von kurzer Dauer war. Denn der New-Economy-Boom endete abrupt und es folgten Jahre des Stillstands, aus dem sich die deutsche Wirtschaft erst ab 2006 wieder befreite.

Damit begann eine 14-jährige Periode des Beschäftigungsaufbaus. An dieser Entwicklung hatten die Arbeitsmarktreform von 2005, so umstritten sie war, und die jahrelang zurückhaltende Lohnpolitik der Gewerkschaften einen entscheidenden Anteil. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wurde der Aufwärtstrend der Erwerbstätigenzahlen 2009/10 zwar verlangsamt, aber nicht gebrochen, da Arbeitsplatzverluste größeren Ausmaßes vermieden werden konnten. 2019 erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit 45,2 Mio ihren bis dahin höchsten Stand, ehe sie 2020 in der Corona-Pandemie deutlich einbrach. Wieder gelang es, durch Kurzarbeitsregelungen und Hilfsprogramme die Beschäftigung zu stabilisieren. Doch kaum begann sich die Wirtschaft wieder zu erholen, als der Ukraine-Krieg und die durch ihn ausgelöste Energiekrise die Konjunktur 2022 erneut eintrübten. Schwächere Weltmarktnachfrage, wachsende Konkurrenz durch China und die Auswirkungen der US-Zollpolitik ließen die deutsche Wirtschaft in der Stagnation verharren, so dass die Zahl der Erwerbstätigen kaum noch zunahm und sich 2024/25 bei 45,8 Mio einpegelte.

Als Erwerbstätige gelten nach dem Labour-Force-Konzept alle Personen, die in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis oder als Selbstständige einer Erwerbsarbeit nachgehen. Der zeitliche Umfang ihrer Tätigkeit spielt dabei keine Rolle. Tatsächlich breiteten sich Beschäftigungen unterhalb des Normalarbeitsverhältnisses, viele davon mit eingeschränkter Arbeitszeit, in den Jahrzehnten seit 1991 so stark aus, dass das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, die Summe der geleisteten Arbeitsstunden, hinter der Entwicklung der Erwerbstätigkeit zurückblieb. Auch die Verkürzung der tariflichen Wochenarbeitszeit spielte dabei eine Rolle. Die Zahl der Arbeitsstunden des Jahres 1991 (60,4 Milliarden) wurde daher erst 2015 übertroffen. Sie kletterte 2019, im Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, auf rekordhohe 62,1 Milliarden, konnte in den nachfolgenden Jahren der Krisen und der Stagnation aber nicht wieder daran anknüpfen. 

Ausgabe: 06/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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