Unfälle am Arbeitsplatz

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Infografik Nr. 280210

Nach wie vor birgt das Arbeitsleben also beträchtliche Unfallgefahren in sich, doch geht die Unfallhäufigkeit seit mehr als fünf Jahrzehnten fast kontinuierlich zurück. In manchen Wirtschaftszweigen muss häufiger mit Arbeitsunfällen gerechnet werden als in anderen.

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In der gewerblichen Wirtschaft und im öffentlichen Sektor Deutschlands kommt es im Durchschnitt alle 67 500 Arbeitsstunden zu einem Betriebsunfall, der eine mindestens dreitägige Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Die Berufsgenossenschaften und öffentlichen Unfallkassen, die als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die Unfallfolgen einzustehen haben, registrierten 2018 rund 877200 Arbeitsunfälle, dazu weitere 188 500 Unfälle auf dem Weg zur Arbeit und wieder nach Hause. Etwa 18 100 Unfälle hatten so schwere Auswirkungen, dass für sie eine Abfindung oder Rente gezahlt werden musste. 420 Arbeitsunfälle und 310 Wegeunfälle endeten tödlich.

Nach wie vor birgt das Arbeitsleben also beträchtliche Unfallgefahren in sich, doch geht die Unfallhäufigkeit seit mehr als fünf Jahrzehnten fast kontinuierlich zurück. In den 1950er Jahren hatte der rasche industrielle Aufbau die Unfallzahlen im damaligen Bundesgebiet steil nach oben getrieben. Anfang der 1960er Jahre erreichte diese Welle in der gewerblichen Wirtschaft mit 2,3 Mio Arbeitsunfällen pro Jahr und mehr als 3 000 tödlichen Unfällen ihren Höhepunkt. Dann trat ein Rückgang ein, der sich mit einigen Schwankungen bis in die Gegenwart fortsetzte – eine Folge verbesserter Arbeitsschutzmaßnahmen und des wachsenden Anteils an Beschäftigungen mit geringerem Unfallrisiko.

In manchen Wirtschaftszweigen muss häufiger mit Arbeitsunfällen gerechnet werden als in anderen. Aktuelle Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zeigen, dass die Bauwirtschaft im Verhältnis zur Beschäftigtenzahl weiterhin am unfallträchtigsten ist. Über alle Wirtschaftszweige (einschließlich des öffentlichen Sektors) hinweg ereigneten sich 2018 bundesweit rund 23 Arbeitsunfälle auf jeweils 1 000 „Vollarbeiter“. (Ein Vollarbeiter entspricht einem Beschäftigten mit einer tatsächlichen Jahresarbeitszeit von 1 570 Stunden.) In der Baubranche war die Unfallquote mit 53 Unfällen auf 1 000 Beschäftigte deutlich höher. Doch auch in dieser Branche hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle auf lange Sicht stark verringert. Zum Vergleich: 1960 wurden in der Bauwirtschaft, aber auch im Bergbau, in der Industrie der Steine und Erden und in der Metallindustrie noch mehr als 200 Arbeitsunfälle je 1 000 Vollarbeiter registriert.

Unfallbelastet ist in der gewerblichen Wirtschaft besonders die Bedienung und Handhabung von Maschinen, Werkzeug und Geräten. Einen weiteren Unfallschwerpunkt bildet der manuelle Transport, d.h. die Beförderung von Lasten mit Muskelkraft (durch Heben, Tragen, Ziehen Schieben). In der Bauwirtschaft sind häufig Sturzunfälle zu beklagen.

Ausgabe: 11/2019
Reihe: 53
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihentitel: Zahlenbilder
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