Armut in den Ländern

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Infografik Nr. 286344

Armut in den Ländern

Die materiellen Lebensverhältnisse in den deutschen Bundesländern weichen erheblich voneinander ab. Das zeigen regionale Auswertungen von Statistiken zur Einkommen ...

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Armut in den Ländern

Die materiellen Lebensverhältnisse in den deutschen Bundesländern weichen erheblich voneinander ab. Das zeigen regionale Auswertungen von Statistiken zur Einkommenslage der Haushalte, zur Grundsicherung oder zur Arbeitslosigkeit. Auf der Grundlage des Mikrozensus liegen seit einigen Jahren auch Vergleichszahlen zur Armutsgefährdung in den Ländern vor. Sie treten ergänzend neben die Armutsquoten, die im Rahmen des EU-Vergleichs der Einkommensverhältnisse und Lebensbedingungen (EU-SILC) für Deutschland bzw. West- und Ostdeutschland im Ganzen veröffentlicht werden.

Für den Armutsvergleich der Länder wurde die EU-Definition übernommen: Als armutsgefährdet gelten danach Personen, die über weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügen. Der Schwellenwert der Armutsgefährdung ist somit keine fixe Größe, sondern steht in Relation zum Wohlstandsniveau der Gesellschaft und verändert sich mit der allgemeinen Einkommensentwicklung. Ausgangspunkt für den Armutsvergleich ist das Pro-Kopf-Einkommen. Dieses lässt sich nicht unmittelbar erfragen (oft sorgt ein Hauptverdiener für mehrere Angehörige ohne eigenes Einkommen) und muss daher erst aus der bedarfsgewichteten Aufteilung der Haushaltsnettoeinkommen hergeleitet werden.

Gemessen am mittleren Einkommen für die gesamte Bundesrepublik waren 2013 deutschlandweit 15,5 % der Bevölkerung armutsgefährdet. In Westdeutschland (ohne Berlin) lag diese Quote bei 14,4 %, in Ostdeutschland (mit Berlin) jedoch bei 19,8 %. Bestand nach diesem Maßstab in Bayern und Baden-Württemberg für etwa jeden neunten Einwohner ein Armutsrisiko, so lebte in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen nahezu jeder vierte (23,6 bzw. 24,6 %) in derart prekären Verhältnissen.

Die Pro-Kopf-Einkommen in den ostdeutschen Flächenländern sind zwar insgesamt niedriger, aber doch auch gleichmäßiger verteilt als im Westen. Die Spanne zwischen „oben“ und „unten“ ist also geringer. Dies zeigt sich auch, wenn das Armutsrisiko auf das mittlere Einkommen des jeweiligen Landes (und nicht auf das des Bundes) bezogen wird. So waren in Mecklenburg-Vorpommern an den landesspezifischen Einkommensverhältnissen gemessen nur 13,5 % der Bevölkerung armutsgefährdet. Und Thüringen wies mit 11,7 % sogar die niedrigste Quote aller Bundesländer auf, während im reichen Hamburg 18,7 % der Bevölkerung unterhalb der für den Stadtstaat berechneten Armutsgefährdungsschwelle lebten. Armutsgefährdet sind insbesondere Alleinerziehende, Geringqualifizierte und Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit oder Migrationshintergrund.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
color: Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
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Ausgabe: 03/2015
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