Wer wählt wen? Der Einfluss des Alters

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Infografik Nr. 088655

Welchen Einfluss hat das Alter auf das Wählerverhalten? Das ZAHLENBILD erläutert die altersmäßige Verteilung der Wählerschaft für jede Partei und nimmt auf die jüngste Bundestagswahl Bezug. Direkt herunterladen!

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Warum wählen Menschen, wie sie wählen? Das ist die Leitfrage der Wahlforschung, die je nach Ansatz auf unterschiedliche Faktoren schaut. Rational-Choice-Theorien gehen von nüchternen Kosten-Nutzen- Abwägungen der Wähler aus: Welche Partei dient meinen Belangen am besten? Von welcher habe ich die wenigsten negativen Auswirkungen zu erwarten? Dagegen nehmen sozialpsychologische Ansätze auch eher irrationale Aspekte in die Erklärung auf. Sie interessieren sich etwa für emotionale Bindungen und Identifikationen mit Parteien, Themen oder Personen. Soziologische Ansätze wiederum untersuchen den Einfluss sozialer Merkmale wie Beruf, Einkommen, Milieu oder Geschlecht auf das Wahlverhalten. Zu solchen Merkmalen zählt auch das Alter. Natürlich ist das Alter nur einer von vielen Faktoren und muss stets im Gesamtkontext betrachtet werden, einige allgemeine Tendenzen lassen sich aber beobachten.

So finden sich ältere Wähler vor allem bei der CDU/CSU und der SPD. Aufgrund des demografischen Wandels gewinnen ältere Wählergruppen zunehmend an Gewicht: Tatsächlich sind bei der Generation ab 60 Jahren potenziell mehr als doppelt so viele Stimmen zu holen wie bei den unter 30-Jährigen. Bei der Union sind es traditionelle Werte wie Christentum, Familie, Sicherheit und Ordnung, die ältere Menschen tendenziell stärker ansprechen. Mit Abstrichen gilt das auch für die AfD, die aber vor allem bei den mittleren Altersgruppen überdurchschnittliche Wähleranteile verbucht, während sie bei Über-60-Jährigen – ganz anders als die Union – eher unbeliebt ist. Die SPD schnitt noch in den 1970er und 1980er Jahren gut bei jüngeren Wählern ab, aber inzwischen sind die Älteren auch bei ihr die wichtigste Basis. Das hängt stark mit dem Aufstieg der Grünen seit den 1980er Jahren zusammen: Sie erfreuten sich von Anfang an eines hohen Zulaufs jüngerer Wähler. Punkten können sie mit Themen wie Klima- und Umweltschutz und einer gesellschaftsliberalen Haltung. Mit Akzenten auf individueller Freiheit holt auch die FDP regelmäßig hohe Anteile bei jungen Wählern, allerdings mit einem viel weniger ökologischen und wesentlich stärker auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten Image. Relativ gut in den unteren Altersgruppen schneidet auch die Linke ab, wobei Themen wie soziale Gerechtigkeit und Pazifismus eine wichtige Rolle spielen dürften.

Diese allgemeinen Tendenzen bestätigten sich auch bei den letzten beiden Bundestagswahlen. Bei der Wahl des Jahres 2021 profitierten vor allem die Grünen von der Mobilisierung jüngerer Wähler und von der Popularität des Klimaschutzes („Fridays for Future“ u.a.). Die Union dagegen holte bei den Jüngeren kaum Stimmen und verlor sogar bei ihrer traditionellen Klientel, den Über-60-Jährigen, an die SPD.

Ausgabe: 12/2021
Reihe: 53
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