Deutschlands Außenhandel mit Russland

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Infografik Nr. 389230

Nach dem Zerfall der Sowjetunion nahm der deutsch-russische Warenaustausch in raschem Tempo zu. Deutschland importierte russisches Erdgas und sonstige Rohstoffe, Russland brauchte vor allem Industriegüter wie Maschinen und Autos. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine brachen die Handelsbeziehungen aber zusammen. Die Entwicklung 1992-2024 in diesem ZAHLENBILD!

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Nach der Devise „Wandel durch Handel“ strebte die Bundesrepublik Deutschland seit den 1970er Jahren engere wirtschaftliche Beziehungen zur damaligen Sowjetunion an. Die DDR unterhielt innerhalb des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW/Comecon) enge Tauschbeziehungen mit der östlichen Großmacht. Daran anknüpfend intensivierten Deutschland und Russland nach der Auflösung der Sowjetunion (Ende 1991) ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit, zumal sich die wechselseitigen Handelsinteressen vorteilhaft ergänzten: Deutschland hatte Bedarf an Rohstoffen und rohstoffintensiven Produkten wie Erdgas, Rohöl und Mineralölerzeugnissen, Kohle und Koks, NE-Metallen usw., Russland benötigte für den Aufbau und die Modernisierung seiner Wirtschaft hochwertige Industrieprodukte wie Fahrzeuge und Maschinen, darüber hinaus auch Chemikalien und Pharma-Erzeugnisse.

Abgesehen von einem Rückschlag während der Rubelkrise (1998/99) nahm der deutsch-russische Warenaustausch bis 2008 in raschem Tempo zu. Dann führte die Welt-Finanzkrise 2009 zu einem tiefen Einbruch, der in den folgenden Jahren jedoch schnell wettgemacht wurde. 2012 erreichte der deutschrussische Außenhandel bei Importen und Exporten seinen Spitzenwert. In diesem Jahr führte die Bundesrepublik Waren im Wert von 42,8 Mrd € aus Russland ein und steigerte ihre Ausfuhren nach Russland auf 38,1 Mrd €. Im gleichen Jahr hatte die Pipeline Nord Stream 1 ihre Lieferungen nach Deutschland aufgenommen, mit der sich allerdings die Abhängigkeit der Bundesrepublik von russischem Erdgas verstärkte.

Nach der völkerrechtswidrigen Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland kühlten die beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen bereits ab, obwohl die von der EU verhängten Sanktionen den normalen Handel kaum beeinträchtigten. Die deutschen Exporte blieben weit hinter den früheren Rekordwerten zurück und die zeitweilige Zunahme der Importe war hauptsächlich auf steigende Energiemarktpreise zurückzuführen. Dies besonders im Jahr 2022, als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bereits deutlich weniger Erdgas nach Deutschland kam, der Importwert aber preisbedingt in die Höhe schoss.

2023 und 2024 zeigten die von der EU gegen Russland verhängten Ein- und Ausfuhrverbote ihre Wirkung: die deutschen Exporte nach Russland sanken 2024 auf 7,6 Mrd €, die Importe aus Russland sogar auf nur noch 1,8 Mrd € (0,1% der gesamten Einfuhren). Das kam einem weitgehenden Abbruch der Handelsbeziehungen gleich. Da es keine nennenswerten Produktionsverflechtungen mit russischen Unternehmen gab, hielten sich die Folgen für die deutsche Außenwirtschaft jedoch in Grenzen. 

Ausgabe: 08/2025
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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