Finanzanlage mit ETFs: Passiv zum Erfolg?

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Bei der Geldanlage stehen ETFs seit einigen Jahren hoch im Kurs. Worum handelt es sich dabei? Was sind die Vorzüge und was die möglichen Schwächen dieser Anlageform? Knappe Erläuterungen in Wort und Grafik: Ein Beitrag zur finanziellen Grundbildung: Machen Sie ihn sich gleich zunutze!

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Ein Exchange Traded Fund (ETF) zählt bei Privatanlegern und institutionellen Investoren zu den beliebtesten Finanzprodukten. Die meisten ETFs sind börsengehandelte Fonds, welche die Zusammensetzung und folglich auch die Wertentwicklung eines bestehenden Börsenindex, z.B. eines Aktien- oder Rohstoffindex, möglichst exakt nachbilden. Wenn also der Dow Jones um 4% steigt, so die Idee, legt auch ein ETF auf diesen US-Aktienindex um 4% zu. Anlagen dieser Art verfolgen eine „passive Strategie“. Im Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds sind die in einem passiven ETF enthaltenen Werte durch den Anbieter des Index festgelegt; es wird also gar nicht versucht, den Wertzuwachs des Index durch An- und Verkauf einzelner Aktienwerte zu übertrumpfen. ETFs gibt es als Finanzprodukt seit den 1990er Jahren. 1993 wurde der erste börsengehandelte ETF auf den Markt gebracht. Als indexbasierter ETF vollzog er die Entwicklung des US-Aktienindex S&P 500 nach. Seither ist das Angebot an ETFs enorm angewachsen. 2023 gab es weltweit bereits mehr als 10000 ETFs und ihre Zahl nimmt weiter zu.

Zu den Vorteilen einer passiven ETF-Anlage zählen die im Vergleich zu klassischen Fonds deutlich niedrigeren Kosten. Bei einem aktiv gemanagten Wertpapierfonds wird neben laufenden Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten oft noch ein Ausgabeaufschlag beim Kauf der Fondsanteile berechnet; das schmälert die Rendite, die bei einer erfolgreichen Anlagestrategie aber auch weit höher ausfallen kann als bei einem ETF. Dagegen bilden ETFs bei entsprechend langem Anlagehorizont annähernd die Rendite des gewählten Index ab, können ihn allerdings nicht übertreffen. Anders als beim Erwerb einzelner Aktien verteilt sich die Geldanlage beim Kauf eines ETF auf verschiedene Unternehmen und Branchen, so dass eine breitere Risikostreuung erreicht wird. ETFs haben zudem eine hohe Liquidität, das heißt, sie können jederzeit erworben oder wieder verkauft werden. Bei ETFs, die einen Aktienindex nachbauen, sind die Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Unternehmen wichtig für den Ertrag der Geldanlage.

Es gibt ETFs, welche die Dividenden an die Anleger ausschütten (dis. = distributing), und thesaurierende ETFs, die Zugewinne durch Dividenden direkt wieder anlegen (acc. = accumulating). Da der Kursverlauf eines Index schwanken kann, sind auch ETFs vor Verlusten nicht geschützt. Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil der Anlage sich auf eine Anlageklasse (Aktien, Anleihen, Rohstoffe usw.), eine Region oder Branche konzentriert. Der Herdentrieb kann zu Investments in beliebte ETFs führen, deren Aktienbestandteile dadurch überbewertet werden, so dass eine spätere Korrektur droht.

Ausgabe: 01/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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