Trend zur späteren Elternschaft
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Infografik Nr. 021308
Wie die Statistik zeigt, steigt das durchschnittliche Alter von Müttern und Vätern bei der Geburt eines Kindes immer weiter an. Was bedeutet diese Entwicklung und welche Gründe gibt es dafür? Stoff für angeregte Diskussionen!
Wie die Statistik zeigt, steigt das durchschnittliche Alter von Müttern und Vätern bei der Geburt eines Kindes immer weiter an. 2025 brachten Mütter im Durchschnitt mit 31,9 Jahren ein Kind zur Welt und waren damit um 4 Jahre älter als die Mütter, die 1991 niederkamen. Ähnlich verhält es sich bei den Vätern: Sie waren 2025 im Durchschnitt 34,8 Jahre alt, wenn ihr Kind geboren wurde; 1991 erlebten sie die Geburt fast vier Jahre früher – mit durchschnittlich 31,0 Jahren.
Der Trend zur späteren Elternschaft ist keine kurzlebige Modeerscheinung, sondern hängt mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten zusammen. Immer mehr junge Frauen möchten zunächst ihre Ausbildung abschließen und in einem Beruf Fuß fassen, ehe sie sich mit der Familienplanung beschäftigen.Heute macht ein großer Teil von ihnen das Abitur und nimmt ein Studium auf, so dass sich der Einstieg in den Beruf durch längere Ausbildungszeiten verzögert. Zudem haben sowohl Frauen als auch Männer den Wunsch nach gesicherten finanziellen Verhältnissen, bevor sie sich auf das Abenteuer der Elternschaft einlassen. Wirtschaftliche Unsicherheit, Wohnungsnot und hohe Lebenshaltungskosten stehen dem aber häufig entgegen.
Gleichzeitig haben sich die gesellschaftlichen Erwartungen an den Lebensverlauf deutlich verändert. Galt eine Familiengründung in jungen Jahren früher als selbstverständlicher Schritt im Erwachsenendasein, stehen heute Selbstverwirklichung, persönliche Entwicklung und individuelle Lebensentwürfe zunehmend im Vordergrund. Viele junge Menschen möchten zunächst persönliche Freiheiten nutzen, ehe sie eine Familie gründen. Kinder zu kriegen hat sich im Zuge dessen von einem gesellschaftlich erwarteten Normalfall entfernt; es erfordert vielmehr eine bewusste Entscheidung, die in die eigene Lebensplanung der Eltern passen muss. Auch Partnerschaft und Ehe werden heute oft später eingegangen. Das wirkt sich auf den Zeitpunkt der Familiengründung aus, da nach wie vor zwei Drittel der Kinder innerhalb einer festen Partnerschaft geboren werden. Ledige Männer heirateten 2025 mit durchschnittlich 35,3 Jahren, Frauen mit 33,0 Jahren. Die späte Eheschließung trägt somit ebenfalls dazu bei, dass Kinder häufig erst in einem höheren Alter der Eltern geboren werden.
Auch aus biologischer Sicht haben sich die Möglichkeiten der Planbarkeit des Kinderwunschs verändert. Die medizinische Betreuung von Schwangerschaften in einem höheren Alter der Mutter ist mittlerweile ausgereifter, so dass eine geplante spätere Elternschaft als realistische Möglichkeit wahrgenommen wird.
| Ausgabe: | 08/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |