Der Erdüberlastungstag

Der Erdüberlastungstag
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Infografik Nr. 635304

Fast täglich liefern die Nachrichten neue Belege dafür, dass die Menschheit ihren Planeten Erde überstrapaziert. Zwar ist die Natur in der Lage, sich immer wieder zu regenerieren, aber das gelingt nicht mehr in vollem Umfang. Der Erdüberlastungstag gibt an, wann die Biokapazität der Erde erschöpft ist. Und der liegt immer früher im Jahr. Ein Blick auf die Entwicklung seit 1972!

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Mangel an Nahrungsmitteln, Luftbelastung, Wassernotstand, Klimaschäden – fast... mehr
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Mangel an Nahrungsmitteln, Luftbelastung, Wassernotstand, Klimaschäden – fast täglich liefern die Nachrichten neue Belege dafür, dass die Menschheit ihren Planeten Erde überstrapaziert. Zwar ist die Natur in der Lage, sich immer wieder zu regenerieren, Schäden aufzufangen und die Nahrungsgrundlagen zu erneuern, aber das gelingt nicht mehr in vollem Umfang. Das von Mathis Wackernagel und William Rees in den frühen 1990er Jahren entwickelte Konzept des Ökologischen Fußabdrucks geht der Frage nach, wie sich das menschliche Verbrauchsverhalten auf den Planeten auswirkt. Es vergleicht die Nachfrage nach Naturgütern mit der Regenerationsfähigkeit der Natur. Dies geschieht auf eine einfache Weise, die leicht nachzuvollziehen ist, aber nicht alle ökologischen Probleme erfassen kann: Der Ökologische Fußabdruck erfasst alle Flächen, die von Menschen genutzt werden – bebaute Flächen, Verkehrsflächen, Abbauflächen, Flächen für die Erzeugung von Lebensmitteln, Fasern, Holz usw., Flächen zur Adsorption des Kohlendioxids, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt wird. Die Summe dieser Flächennutzungen wird sodann zur Biokapazität eines Landes oder der ganzen Erde in Beziehung gesetzt. 

Sowohl der Fußabdruck als auch die Biokapazität werden in globalen Hektar gemessen. Ein globaler Hektar entspricht der durchschnittlichen biologischen Produktivität eines Hektars auf der Welt pro Jahr. Unterschiedlich ertragreiche Flächen (Äcker je nach Weltregion, Wiesen, Savannen, Steppen, Wälder usw.) werden dadurch auf einen Nenner gebracht. Nach den Berechnungen des Global Footprint Network verfügte die Erde 2024 über eine Biokapazität von 1,48 globalen Hektar pro Kopf der Weltbevölkerung. Der ökologische Fußabdruck Deutschlands belief sich demgegenüber auf 4,19 globale Hektar pro Kopf. Würden alle Menschen so viele Ressourcen verbrauchen wie die Menschen in Deutschland, müssten sie 2,8 Erden zur Verfügung haben. Oder anders gerechnet: Lebte die ganze Welt auf so großem Fuß wie die Deutschen, wäre die Biokapazität der Erde bereits am 10. Mai des Jahres 2026 erschöpft gewesen.

Bezogen auf die gesamte Weltbevölkerung wurde der Erdüberlastungstag (earth overshoot day) 2026 am 30. Juli erreicht. Ab diesem Tag lebte die Menschheit auf Pump, was die natürlichen Ressourcen angeht. In der Rückrechnung anhand neuer oder verbesserter Daten reichte die Biokapazität der Erde 1972 noch bis zum letzten Tag des Jahres, um den menschlichen Verbrauch zu decken. Seitdem ist sie tendenziell immer früher erschöpft. Nur in globalen Wirtschaftskrisen oder während der Corona-Pandemie verschob sich der Erdüberlastungstag um einige Tage nach hinten. 

Ausgabe: 09/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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