Geschlechterunterschiede in der Bildung

Geschlechterunterschiede in der Bildung
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Infografik Nr. 506190

Bis in die 1960er Jahre galten Mädchen im deutschen Bildungssystem als benachteiligt. Heute bestehen deutliche Geschlechterunterschiede zuungunsten der Jungen. Das zeigt sich an den Schulabschlüssen und wirkt sich bis ins Studium aus. Ein Thema, das zur Diskussion herausfordert. Laden Sie das ZAHLENBILD gleich herunter!

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Bildungsteilhabe und -erfolge hängen in Deutschland seit jeher stark von der familiären Herkunft ab. Kinder von Eltern mit höherem Einkommen und Bildungsniveau haben bessere Aussichten, das Abitur zu machen und eine Hochschule zu besuchen, als solche aus bescheideneren Verhältnissen. Bis in die 1960er Jahre waren zudem Mädchen im Vergleich mit Jungen bei der Verteilung der Bildungschancen benachteiligt. Das hat sich seitdem aber ins Gegenteil verkehrt. Inzwischen besteht auf fast allen Ebenen des Bildungssystems eine deutliche Geschlechterungleichheit zuungunsten der Jungen.

Wie das Statistische Bundesamt berichtet, schneiden Mädchen bei den Schulabschlüssen besser ab als Jungen. So waren von den Abiturient/-innen des Jahres 2024 in Deutschland 55 % weiblichen und nur 45 % männlichen Geschlechts. Größer war der Anteil der Jungen dagegen beim Mittleren Schulabschluss am Ende der 10. Klasse (51 % zu 49 % Mädchen) und noch eindeutiger beim Ersten Schulabschluss, der normalerweise am Ende der 9. Klasse erworben wird (59 % zu 41 % Mädchen). Der vom Ifo-Institut Anfang 2026 veröffentlichte „Chancenmonitor“ hatte bereits festgestellt, dass Mädchen unabhängig von ihrer sozioökonomischen Herkunft mit größerer Wahrscheinlichkeit auf ein Gymnasium gehen als Jungen mit dem gleichen sozialen Hintergrund. Je höher das Einkommen und der Bildungsstatus der Familie, desto mehr schrumpft der Geschlechterunterschied beim Gymnasialbesuch zusammen, doch ist er auch dann noch vorhanden.

Der Ifo-Bericht führt noch weitere Belege dafür an, dass Jungen in Sachen Bildung hinter den Mädchen zurückbleiben. So werden mehr Jungen als Mädchen verspätet eingeschult; Jungen müssen öfter als Mädchen eine Klasse wiederholen; mehr Jungen als Mädchen besuchen Haupt- oder Mittelschulen (57 zu 43 %); an Förderschulen liegt ihr Anteil sogar bei 65 %. Und wie in mehrfachen internationalen Vergleichstests bestätigt, verfügen Jungen über eine geringere Lesekompetenz als gleichaltrige Mädchen.

Schon seit den 1980er Jahren schaffen mehr Mädchen als Jungen eines Altersjahrgangs das Abitur. An den Hochschulen ließ die Umkehrung des Geschlechterverhältnisses länger auf sich warten: Im Wintersemester 2016/17 gab es erstmals mehr weibliche als männliche Studienanfänger/-innen. Frauen studieren zügiger als ihre männlichen Kommilitonen. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts erzielten sie sowohl bei Bachelor- und Master-Studiengängen als auch beim Staatsexamen höhere Abschlussquoten nach der Normalstudienzeit. 

Ausgabe: 10/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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