Krankenhauslandschaft im Wandel

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Infografik Nr. 141258

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Krankenhauslandschaft im Wandel

Im viergliedrigen System des deutschen Gesundheitswesens – mit ambulanter und stationärer Versorgung, Rehabilitation und Pflege – sind die Krankenhäuser in erster Linie dafür zuständig, Patienten mit gravierenden Gesundheitsstörungen für eine längere Behandlungsdauer aufzunehmen und ihre Krankheiten oder Körperschäden durch ärztliche oder pflegerische Hilfeleistungen festzustellen, zu heilen oder zu lindern. Die Bedeutung des Krankenhaussektors geht schon daraus hervor, dass auf ihn etwa ein Viertel der gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland entfällt (2014: 81,2 Mrd €).

Vor dem Hintergrund allgemeiner Mittelknappheit war die stationäre Krankenversorgung seit den 1990er Jahren umfassenden Veränderungen unterworfen. Die Gesundheitsreform 2000 leitete den Übergang vom Kostendeckungssystem zu einem stärker leistungsorientierten Vergütungssystem ein. Ab 2004 mussten alle Krankenhäuser zur Abrechnung über Fallpauschalen übergehen. Diese und andere Reformmaßnahmen führten u.a. zu einer „Marktbereinigung“ durch den Abbau von Kapazitäten. So verringerte sich die Zahl der Krankenhäuser zwischen 1993 und 2014 durch Schließungen und Zusammenlegungen von 2354 auf 1980 (-16 %). Vor allem Krankenhäuser mittlerer Größe waren davon betroffen, während die Anzahl kleiner, meist privat geführter Spezialkliniken deutlich zunahm. Die Zahl der Krankenhausbetten schrumpfte im gleichen Zeitraum von rund 628700 auf 500700 (-20 %). Diese Entwicklung ging Hand in Hand mit einem tiefgreifenden Wandel in der Krankenhausversorgung selbst. Verführte die Abrechnung nach Tagespflegesätzen noch dazu, den Aufenthalt der Patienten im Krankenhaus über das medizinisch Notwendige hinaus zu verlängern, so lösten die Reformen einen entgegengesetzten Trend aus: Die durchschnittliche Verweildauer sank zwischen 1993 und 2014 von 12,6 auf 7,4 Tage je Behandlungsfall. Gleichzeitig stieg die Zahl der vollstationär behandelten Patienten (Fälle) von 15,2 auf 19,1 Millionen. Um die Versorgung der Krankenhauspatienten kümmerten sich 2014, in Vollzeitkräfte umgerechnet, rund 150800 Ärztinnen und Ärzte und 318800 Pflegekräfte; hinzu kamen 142700 Beschäftigte im medizinisch-technischen Dienst sowie Verwaltungs- und Wirtschaftspersonal.

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz treten 2016 weitere Reformen in Kraft: Sie sollen durch eine qualitätsbezogene Vergütung der Krankenhausleistungen eine stärkere Spezialisierung der Kliniken und zugleich die Schließung oder Umwandlung weniger leistungsfähiger Abteilungen und Häuser bewirken. Zusätzliches Geld soll fließen, um die Betreuung auf den Stationen durch Pfleger und Schwestern zu verbessern.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 12/2015
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