Auf Hilfe angewiesen: Pflegebedürftige in Deutschland

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Infografik Nr. 179010

Über 4 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Dieses ZAHLENBILD liefert Infos über deren altersmäßige Verteilung und über die Verteilung der Pflegegrade, die 2017 neu festgelegt wurden. Jetzt herunterladen!

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Je älter ein Mensch wird, desto größer ist das Risiko einer Erkrankung, die dauernde Gebrechlichkeit, häufig verbunden mit dem Ausfall wichtiger Hirn- und Körperfunktionen, nach sich zieht und daher ständige Betreuung durch andere Menschen erfordert. Lange waren die Betroffenen und ihre Familien mit den Problemen der Pflegebedürftigkeit allein gelassen – bis 1995 die Pflegeversicherung als neuer, eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt wurde. Die Pflegeversicherung ist als Pflichtversicherung in Anlehnung an die gesetzliche oder private Krankenversicherung organisiert. 2017 trat eine Reform in Kraft, die den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu definiert. Maßgebend für den Pflegebedarf ist seither, wie stark die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten der betroffenen Menschen eingeschränkt sind – unabhängig davon, ob die Beeinträchtigungen körperliche, geistige oder psychische Ursachen haben.

Aufgrund dieses erweiterten Begriffs werden nun mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft als zuvor. Basierend auf der neuen Definition gab es laut Statistischem Bundesamt in Deutschland Ende 2019 rund 4,13 Millionen Pflegebedürftige. Davon wurden vier von fünf (80 %) zu Hause betreut – in der Regel durch Angehörige, 24 % aller Fälle aber auch durch einen ambulanten Pflegedienst. 20 % der Pflegebedürftigen, meist solche mit höherem Pflegebedarf, waren stationär in einem der rund 15 400 Pflegeheime untergebracht. Durch die Reform von 2017 wurden die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt, die individuell genauer anpassbar sind. Fast die Hälfte der Pflegebedürftigen war im Pflegegrad 2 eingestuft, bei dem bereits von erheblichen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit ausgegangen wird. Bei den weiteren Graden steigt die Schwere der Beeinträchtigung, und in Grad 5 kommt ein besonders hoher Pflegeaufwand hinzu, der eine intensive Betreuung rund um die Uhr erforderlich macht.

Der Pflegebedarf nimmt in den höheren Altersjahrgängen der Bevölkerung rasch zu. Waren von den 65- bis 69-Jährigen erst 5 % pflegebedürftig, so lag dieser Anteil bei den 75- bis 79-Jährigen schon bei 14 %. Im Alter von 85 bis 89 Jahren nahmen bereits 49 % der Bürger die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch und in der Altersgruppe ab 90 Jahren waren es sogar schon 76 %. Je stärker die Gesellschaft im Ganzen altert, desto höhere Aufwendungen werden künftig für die Pflege erforderlich sein.

Schon heute erfordert die Versorgung pflegebedürftiger Menschen einen hohen Personalaufwand. Neben den Angehörigen kümmerten sich Ende 2019 über 1,2 Millionen Pflegekräfte und sonstige Beschäftigte um die Betroffenen, davon 796 500 in den Heimen und 421 600 in den ambulanten Pflegediensten.

Reihe: 53
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Ausgabe: 11/2021
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