Pflegebedürftige in Deutschland

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Infografik Nr. 179010

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Je älter ein Mensch wird, desto größer ist das Risiko einer Erkrankung, die dauernde Gebrechlichkeit, häufig verbunden mit dem Ausfall wichtiger Hirn- und Körperfunktionen, nach sich zieht und daher ständige Betreuung durch andere Menschen erfordert. Lange waren die Betroffenen und ihre Familien mit den Problemen der Pflegebedürftigkeit allein gelassen – bis 1995 die Pflegeversicherung als neuer, eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt wurde. Die Pflegeversicherung ist als Pflichtversicherung in Anlehnung an die gesetzliche oder private Krankenversicherung organisiert. Anfang 2017 trat eine Reform in Kraft, durch die der Begriff der Pflegebedürftigkeit neu definiert wurde. Maßgebend für den Pflegebedarf ist fortan, wie stark die Selbstständigkeit und die Fähigkeiten der betroffenen Menschen eingeschränkt sind – unabhängig davon, ob die Beeinträchtigungen auf körperliche, geistige oder psychische Ursachen zurückzuführen sind.

Die Daten der Pflegestatistik, über die das Statistische Bundesamt berichtet, beruhen noch auf den Regelungen, wie sie vorher in Kraft waren. Danach gab es in Deutschland Ende 2015 rund 2,86 Millionen Pflegebedürftige. Fast drei Viertel von ihnen (73 %) wurden zu Hause betreut – in der Regel durch Angehörige, in einem Viertel (24 %) aller Fälle aber auch durch einen ambulanten Pflegedienst. 27 % der Pflegebedürftigen, meist solche mit höherem Pflegebedarf, waren stationär in einem der rund 13600 Pflegeheime in Deutschland untergebracht. Nimmt man die 180000 Menschen hinzu, die als Demenzkranke unter erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz litten, aber nach altem Recht noch nicht als pflegebedürftig galten, waren schon mehr als 3 Millionen Menschen auf Hilfe und Pflege durch andere angewiesen.

Der Pflegebedarf steigt in den höheren Altersjahrgängen der Bevölkerung rasch an. Waren von den 65- bis 69-Jährigen erst 3 % pflegebedürftig, so lag dieser Anteil bei den 75- bis 79-Jährigen schon bei 10 %. Im Alter von 85 bis 89 Jahren nahmen bereits 40 % der Bürger die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch und in der Altersgruppe ab 90 Jahren waren es sogar schon 66 %. Je stärker die Gesellschaft im Ganzen altert, desto höhere Aufwendungen werden künftig für die Pflege erforderlich sein.

Schon heute erfordert die Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen einen hohen Personalaufwand. Neben den Angehörigen kümmerten sich Ende 2015 nahezu 1,1 Millionen Pflegekräfte und sonstige Beschäftigte um die betroffenen Personen, davon 730000 in den Heimen und 356000 in den ambulanten Pflegediensten.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 02/2017
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