Erwerbstätigkeit in den Ländern 1991-2015

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Infografik Nr. 247128

Erwerbstätigkeit in den Ländern 1991-2015

Wirtschaftlich gesehen fand die deutsche Einigung nicht am 3. Oktober, sondern bereits am 1. Juli 1990 statt: Mit der Einführung der D-Mark un ...

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Erwerbstätigkeit in den Ländern 1991-2015

Wirtschaftlich gesehen fand die deutsche Einigung nicht am 3. Oktober, sondern bereits am 1. Juli 1990 statt: Mit der Einführung der D-Mark und dem Übergang zur Marktwirtschaft wurde das planwirtschaftliche System in Ostdeutschland schon vor der staatlichen Vereinigung zu Grabe getragen. Was von der DDR-Wirtschaft blieb, war in den nächsten Jahren einschneidenden Veränderungen ausgesetzt. Überalterte Produktionstechnik und rückständige Infrastruktur, Kapitalmangel und fehlendes Unternehmens-Knowhow, der Wegfall der alten Exportbeziehungen und die schnell steigenden Arbeitskosten standen einem bruchlosen Übergang im Wege. Den Preis dafür trugen vor allem die Arbeitnehmer in den neuen Ländern, von denen etwa jeder Dritte in die Arbeitslosigkeit oder den vorzeitigen Ruhestand entlassen wurde.

Im weiteren Verlauf der 1990er Jahre zeigte sich, dass auch in Westdeutschland erhebliche strukturelle Schwächen bestanden, die den Erfolg der Bundesrepublik im globalen Wettbewerb gefährdeten. Viele Unternehmen leiteten daher Rationalisierungsmaßnahmen ein und verjüngten oder reduzierten ihre Belegschaften. So geriet die Beschäftigung auch im Westen unter Druck. Nach einem Zwischenhoch bis zum Jahr 2001, in dem die Spekulationsblase um die Dotcom-Branche platzte, versank die deutsche Wirtschaft in einer Stagnation, aus der sie sich erst ab 2006 wieder herausarbeitete. Nun wurden auch die Reformen der Agenda 2010 wirksam, die mit der Deregulierung des Arbeitsmarkts das Beschäftigungswachstum begünstigten, wenngleich damit die Zunahme prekärer Arbeitsformen verbunden war. Die tiefe Rezession des Jahres 2009 konnte ohne die befürchteten Arbeitsplatzverluste überbrückt werden, so dass die Zahl der Erwerbstätigen bis 2015 immer neue Rekordstände erreichte.

Betrachtet man die Entwicklung 1991-2015 im Ganzen, so ergibt sich ein Zuwachs um 4,2 Mio auf 43,0 Mio Erwerbstätige (+10,9 %). Die ostdeutschen Flächenländer hatten aber gerade in den ersten Jahren so hohe Einbußen, dass sie den anfänglichen Stand nie wieder erreichten. Die westdeutschen Länder verbuchten hingegen deutliche Beschäftigungsgewinne. Im Zeitraum der letzten zehn Jahre, 2005-2015, entwickelte sich die Beschäftigung in allen Bundesländern positiv – am wenigsten in Sachsen-Anhalt (+0,1 %) und im Saarland (+1,0 %), am stärksten in Berlin (+18,6 %), Hamburg (+14,7 %) und Bayern (+13,3 %). Bundesweit wuchs sie um 9,4 %. Gemessen am Umfang der geleisteten Arbeitsstunden fiel der Beschäftigungszuwachs allerdings bescheidener aus (+6,3 %); Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Thüringen verzeichneten in diesen Jahren sogar einen weiteren Rückgang des Arbeitsvolumens.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2016
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