Die Frauenquote - Gesetz und Wirkung

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Infografik Nr. 247138

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Mit der im Jahr 2015 eingeführten „Frauenquote“ soll der Anteil von Frauen in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft mittels gesetzlicher Vorgaben erhöht werden. Im Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen werden bei den Regelungen für die Privatwirtschaft zwei Unternehmensformen unterschieden: • Für Unternehmen, die sowohl börsennotiert als auch voll (paritätisch) mitbestimmt sind, gelten seit Januar 2016 feste Mindestquoten: Für alle Neubesetzungen der Aufsichtsräte ist ein Mindestanteil von 30 % Frauen verbindlich vorgeschrieben. (Der gleiche Mindestanteil gilt umgekehrt auch für Männer.) • Bei Unternehmen, die entweder börsennotiert oder voll mitbestimmungspflichtig sind, ist die Regelung lockerer gefasst: Sie müssen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat nur eine Zielgröße in selbstgewählter Höhe festlegen. • Darüber hinaus haben die Unternehmen beider Kategorien Zielgrößen für die Besetzung der Vorstände und der ersten und zweiten Managementebene festzusetzen. Sie sollen zudem Fristen angeben, innerhalb deren die Zielgrößen erreicht werden sollen. Die Gesamtzahl der Unternehmen, die zu diesen Festlegungen verpflichtet sind, beläuft sich auf 2500-3500.

Um die Wirkung der Frauenquote auf die Praxis der unternehmerischen Personalpolitik zu untersuchen, hat die Initiative Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) Daten von insgesamt 185 führenden Unternehmen erhoben. 105 davon sind börsennotiert und unterliegen zugleich der vollen Mitbestimmung, für sie gelten also die festen Mindestquoten. Bei diesen Unternehmen zeigte die Frauenquote durchaus Wirkung: Anfang 2015, also vor Einführung der Frauenquote, lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten noch bei 21,3 %, bis März 2017 war er auf 28,1 % gestiegen. Bei den übrigen 80 Unternehmen, für die keine festen Quoten vorgeschrieben waren, stieg der Frauenanteil zwar auch deutlich an, blieb mit 19,2 % aber noch weit unter den gesetzlich angestrebten 30 %.

In den Vorständen und den obersten Führungsebenen, wo die Unternehmen lediglich Zielgrößen festzulegen haben, blieb die erhoffte Wirkung bislang aus. Bis März 2017 hatten 161 der von FidAR untersuchten Unternehmen solche Zielgrößen benannt. Im Durchschnitt ergab sich daraus ein Frauenanteil von lediglich 6,6 % für den Vorstand, 14,6 % für die erste und 18,5 % für die zweite Führungsebene. Für die Vorstände hatten 105 Unternehmen als Zielgröße sogar schlicht 0 % angegeben. Angesichts dieser offenkundigen Wirkungslosigkeit von Selbstverpflichtungen der Unternehmen wird seitens der Politik die Ausweitung verbindlicher Quoten auch auf andere Führungsbereiche, insbesondere die Vorstände, erwogen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 09/2017
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