Durchschnittsalter in den Ländern
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Infografik Nr. 020132
Mit seinen 1,46 Milliarden Menschen ist Indien das bevölkerungsstärkste Land der Welt. Und es holt wirtschaftlich mit Riesenschritten auf. Jährliche Wachstumsraten um die 7% zeugen von dem raschen Entwicklungstempo. Doch es gibt auch Probleme und kritische Fragen zur weiteren Entwicklung. Sie werden hier kurz angerissen – als Anregung zur Diskussion.
Die starken Jahrgänge des Babybooms bis Mitte der 1960er Jahre rücken nach und nach ins Rentenalter vor. Gleichzeitig sind die Jahrgänge der Neugeborenen nur noch schwach besetzt. Damit verschieben sich die Gewichte zwischen älteren und jüngeren Altersklassen und das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt allmählich immer weiter an (vgl. ZAHLÈNBILD 020 130). Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik, auf ihre Sozialversicherungssysteme, ihre Bildungs- und Gesundheitsplanung und ihre Gütermärkte – von Lebensmitteln über Kleidung, pharmazeutische Artikel und Autos bis zu Immobilien. Die Zuwanderung jüngerer Menschen kann die gesellschaftlichen Alterungsprozesse etwas verlangsamen, aber nicht umkehren.
Die mit dem steigenden Durchschnittsalter verbundenen Herausforderungen machen sich aber nicht überall mit gleicher Dringlichkeit bemerkbar. Darauf weist das Statistische Bundesamt hin. Deutschlandweit ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung zwischen 2011 und 2025 um 1,1 Jahre auf 45,0 Jahre gestiegen. In den Großstädten erhöhte es sich in diesem Zeitraum aber nur um 0,3 auf 43,5 Jahre, in den Mittelstädten kletterte es um 1,6 auf 43,8 Jahre, in den Kleinstädten um 2,2 auf 46,3 Jahre und in den Landgemeinden sogar um 2,5 auf 46,8 Jahre. Mit anderen Worten: Je ländlicher der Siedlungstyp, desto höher das Durchschnittsalter und desto rascher der Alterungsvorgang. Zwischen Landgemeinden und Großstädten liegt mittlerweile ein durchschnittlicher Altersabstand von 3,3 Jahren.
Erklären lässt sich dieser Befund vor allem aus den Wanderungsprozessen der letzten Jahrzehnte. So findet auf der Suche nach besseren Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen fast überall eine Abwanderung jüngerer Menschen aus ländlichen Regionen in die großen Städte statt. Und die Zuwanderung von Asylbewerbern und Flüchtlingen konzentrierte sich im Wesentlichen auch auf die städtischen Ballungszentren und half sie zu verjüngen. Je nach ihrer Siedlungsstruktur, ihrer Mischung von ländlichen und städtischen Gemeinden, weisen die Bundesländer unterschiedliche Altersdurchschnitte auf. So ist Hamburg mit einem Durchschnittsalter von 42,3 Jahren das „jüngste“ Bundesland – vor Berlin (42,8 Jahre) und Bremen (43,2 Jahre). Am „ältesten“ sind auf der anderen Seite Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen mit jeweils mehr als 48 Jahren. In allen fünf ostdeutschen Flächenländern ist die Bevölkerung älter als in den westdeutschen Ländern. Ende 2025 belief sich der mittlere Altersunterschied zwischen Hamburg und Sachsen-Anhalt auf mehr als 6 Jahre!
| Ausgabe: | 11/2026 |
| Produktformat: | eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei. |
| Reihe: | 53 |
| Reihentitel: | Zahlenbilder |