Sparen und Sparquote

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Infografik Nr. 468610

Die privaten Haushalte geben den weitaus größten Teil ihres verfügbaren Einkommens für den Konsum aus, sei es für den laufenden Lebensunterhalt oder für einmalige größere Anschaffungen. Was übrig ...

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Die privaten Haushalte geben den weitaus größten Teil ihres verfügbaren Einkommens für den Konsum aus, sei es für den laufenden Lebensunterhalt oder für einmalige größere Anschaffungen. Was übrig bleibt, gilt aus volkswirtschaftlicher Sicht als Sparen. Die Sparquote zeigt an, wie viel Prozent des verfügbaren Einkommens zurückgelegt und damit dem privaten Konsum entzogen werden.

In Deutschland steht das Sparen traditionell viel höher im Kurs als in vielen anderen Ländern – Folge der verstörenden Erfahrungen mit zwei Weltkriegen, mit Inflation und Währungsreform und den dadurch ausgelösten Vermögensverlusten. So legten die deutschen Haushalte, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zu Arbeit und Verdienst kamen, alsbald ein finanzielles Polster für „schlechte Zeiten“ an. Zwischen 1950 und 1970 kletterte die Sparquote im damaligen Bundesgebiet fast kontinuierlich von 4,2 % auf 14,7 % des verfügbaren Einkommens. 1975 stieg die Quote sogar auf über 16 %, da die Haushalte ihre Sparanstrengungen angesichts wachsender Beschäftigungs- und Einkommensrisiken noch verstärkten. Dieses Muster wiederholte sich in der Rezession Anfang der 1980er Jahre.

Zwischen Konsum und vorsorglichem Sparen bewegte sich das Verbraucherverhalten seit 1990 auch im gesamtdeutschen Rahmen. Dabei stand in Ostdeutschland zunächst die Erkundung der neuen Warenwelt im Vordergrund. Je stärker aber die Risiken des wirtschaftlichen und sozialen Umbruchs erfahren wurden, desto mehr setzten die Menschen dort wie im Westen darauf, sich durch Sparen gegen mögliche Wohlstandseinbußen abzusichern. Die vergleichsweise hohe Sparquote des Jahres 1991 (sie lag deutschlandweit bei 12,6 % der verfügbaren Einkommen) konnte im Verlauf der 1990er Jahre aber nicht gehalten werden. Ursache dafür war die hohe Arbeitslosigkeit, die mit wachsender Dauer viele Haushalte um ihre Sparfähigkeit brachte. Kamen sie wieder besser zurecht, holten sie zunächst die aufgeschobenen Anschaffungen nach. So ging die Sparquote stetig zurück, bis sie 2000 mit 9,0 % einen Tiefpunkt erreichte.

In der als unsicher empfundenen Wirtschaftslage der folgenden Jahre ließen die Haushalte ihre Konsumausgaben aber nur noch gebremst ansteigen. Auch rückte die Notwendigkeit einer ergänzenden Altersvorsorge ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Infolgedessen kletterte die Sparquote bis 2008 auf 10,5 %. Die Überwindung der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 und die rückläufige Arbeitslosigkeit gaben dem Konsum jedoch wieder Auftrieb, so dass die Sparquote erneut zurückging. Ab 2014 stieg sie dann wieder – trotz der niedrigen Zinsen im Euroraum – und lag 2016 bei 9,8 %.

Reihe: 53
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Ausgabe: 02/2017
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