Pressefreiheit weltweit

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Infografik Nr. 690201

Die Pressefreiheit steht weltweit immer mehr unter Druck. "Reporter ohne Grenzen" dokumentiert die Lage in jedem Land anhand der Einschätzungen von Journalisten und unabhängigen Experten. Erstmals fällt mehr als die Hälfte aller Länder in eine der beiden niedrigsten Bewertungskategorien (von insgesamt 5 möglichen). Wo steht Deutschland, wo Europa, wo die USA? Vergleichen Sie selbst!

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Die Meinungs- und Pressefreiheit gehört zu den Grundelementen der Demokratie. Als... mehr
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Die Meinungs- und Pressefreiheit gehört zu den Grundelementen der Demokratie. Als „vierte Gewalt“ neben Exekutive, Legislative und Judikative üben Medien eine unverzichtbare Kritik- und Kontrollfunktion aus. Pressefreiheit ist daher auch ein Maßstab für das Funktionieren einer Demokratie. Einen Überblick über die weltweite Lage gibt die jährlich von „Reporter ohne Grenzen“ veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit. Diese Rangliste umfasst 180 Staaten und Gebiete. Sie stützt sich auf die Befragung von Journalisten, Wissenschaftlern, Juristen und Menschenrechtsaktivisten in aller Welt. Berücksichtigt werden Einschränkungen der Pressefreiheit durch ● gewaltsame Übergriffe gegen Journalisten, die von staatlicher Seite, aber auch von bewaffneten Milizen oder kriminellen Gruppen ausgehen können. Weitere Kriterien betreffen unter anderem ● die Beschneidung der Informationsfreiheit durch Zensur oder Beschlagnahme von Medien, ● die Medienvielfalt in einem Land, ● die Unabhängigkeit der Medien, ● die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Presse und die vorhandene ● Produktionsinfrastruktur.

In einem durch Kriege und Konflikte, wachsende geopolitische Gegensätze und ideologische Machtkämpfe aufgeheizten Klima registrierte Reporter ohne Grenzen 2026 eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Medien. Erstmals seit Aufstellung der Rangliste vor 25 Jahren fielen mehr als die Hälfte der Staaten unter die beiden schlechtesten Bewertungskategorien (mit einer „schwierigen“ oder „sehr ernsten“ Lage der Pressefreiheit).

Im oberen Drittel der Rangliste finden sich auch 2026 überwiegend europäische Staaten. An der Spitze stehen die nordeuropäischen Länder Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland. Hinzu kommen Estland, die Niederlande und Irland. Deutschland nimmt Rang 14 ein und platziert sich damit unter den Ländern mit einer „zufriedenstellenden“ Lage – ebenso wie Großbritannien, Frankreich, Spanien, Polen, Kanada oder Australien. In Deutschland erschweren zunehmende Polarisierung, Diffamierung und Empörungskampagnen die freie Berichterstattung und untergraben ihre Glaubwürdigkeit.

Medienschaffende, die aus Kriegsgebieten berichten, gehen tödliche Risiken ein (wie in der Ukraine oder in Gaza) und müssen mit der Kriminalisierung ihrer Arbeit rechnen. Mit Gefahren einer ganz anderen Art kämpft der Journalismus in den USA, die 2026 unter Präsident Trump auf Platz 64 der Rangliste abgerutscht sind. Immer häufiger kommt es dort zu Einschränkungen für die politische Berichterstattung der Medien oder zu Einschüchterungsversuchen gegenüber einzelnen Journalist/-innen. 

Ausgabe: 11/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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