Was Lehrlinge verdienen

Was Lehrlinge verdienen
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Infografik Nr. 264488

Die Höhe der Ausbildungsvergütungen ist breit gestreut – je nach Branche und Region. Das Bundesinstitut für Berufsbildung ermittelt Durchschnittszahlen für die wichtigsten Ausbildungsberufe.  In welchen Berufen wird mehr, in welchen weniger gezahlt?

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Lange Zeit war umstritten, worum es sich bei einer Ausbildungsvergütung eigentlich handelt. Während das Handwerk die Auffassung vertrat, sie sei lediglich eine Erziehungsbeihilfe, die zur Deckung der Lebenshaltungskosten der Lehrlinge beitragen solle, sahen die Gewerkschaften in ihr eine Entlohnung für geleistete Arbeit. Das Bundesarbeitsgericht hat demgegenüber in einem Urteil vom 29.4.2015 klargestellt, dass die Ausbildungsvergütung, wie sie im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt ist, drei Funktionen nebeneinander erfüllen soll: als Unterstützung zum Lebensunterhalt, als Mittel zur Anwerbung von ausreichendem Fachkräftenachwuchs und schließlich als eine Art Lohn für die Leistungen der Auszubildenden. In den Begriff der „Vergütung“ fließen demnach sowohl ausbildungsrechtliche als auch arbeitsrechtliche Aspekte ein.

Nach §17 BBiG haben die Ausbildungsbetriebe ihren Auszubildenden eine „angemessene Vergütung“ zu gewähren. Als Anhaltspunkt nennt das Gesetz eine monatliche Mindestvergütung, die von Ausbildungsjahr zu Ausbildungsjahr steigt. 2025 belief sie sich für das erste Ausbildungsjahr auf 682 €, für das vierte Jahr auf 955 €. In tarifvertraglichen Regelungen können diese Beträge allerdings auch unterschritten werden. Nicht tarifgebundene Unternehmen dürfen um bis zu 20% unter den tariflichen Sätzen bleiben, müssen auf jeden Fall aber die Mindestvergütung zahlen.

Die Ausbildungsvergütung wird in Tarifverträgen üblicherweise nicht nach Lehrberufen festgelegt; sie gilt jeweils für alle Auszubildenden der tarifgebundenen Unternehmen eines Tarifbereichs. Deshalb gibt es große Unterschiede in der Höhe der Vergütungen – je nach Branche und Region. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) trägt jährlich die Informationen über die Ausbildungsvergütungen aus einigen Hundert Tarifbereichen zusammen und ermittelt daraus die durchschnittlichen Vergütungen für die wichtigsten Ausbildungsberufe. Im Einzelfall kann die Vergütung deutlich von diesen Durchschnitten abweichen.

2025 lag der Gesamtdurchschnitt für die erfassten tariflichen Ausbildungsvergütungen nach einigen Jahren mit kräftigen Steigerungen bei 1209 € brutto. Am höchsten waren die durchschnittlichen Vergütungen im Öffentlichen Dienst (1329 €), am niedrigsten in den Freien Berufen (1098 €) und im Handwerk (1093 €). Der Ausbildungsbereich Industrie und Handel rangierte mit 1266 € dazwischen. Die vor einigen Jahren noch ausgeprägten Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland sind weitgehend eingeebnet. Spitzenreiter unter den einzelnen Berufen waren zwei milchwirtschaftliche Ausbildungsberufe und der Beruf Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen (mit jeweils über 1400 €). 

Ausgabe: 04/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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