Lebenserwartung in der EU

Lebenserwartung in der EU
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Die Lebenserwartung in der EU wie in anderen Teilen der Welt steigt seit Jahrzehnten an, nur kurz unterbrochen durch die Corona-Pandemie. Trotz der angestrebten Angleichung der Lebensverhältnisse sind die Unterschiede innerhalb der EU aber enorm. Zwischen den Ländern mit der höchsten und der niedrigsten Lebenserwartung liegt ein Abstand von acht Jahren! Was sind die Gründe dafür?

 

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In der Europäischen Union lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt 2024 bei 81,7 Jahren – gegenüber dem Jahr 2004 ein Gewinn von 3,4 zusätzlichen Lebensjahren. Obwohl man so insgesamt von einem Zuwachs an Lebenszeit sprechen kann, sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten noch immer außerordentlich groß. Einerseits lag die Lebenserwartung in 16 Ländern über dem EU-Durchschnitt, andererseits blieb sie in 11 Ländern zum Teil weit dahinter zurück. In Italien und Schweden hatten die Neugeborenen mit durchschnittlich 84,1 Jahren die längste Lebensspanne vor sich, während in Lettland (76,7 Jahre), Rumänien (76,6 Jahre) und Bulgarien (75,9 Jahre) mit einer wesentlich kürzeren Lebenszeit zu rechnen war. Zwischen den Ländern mit der höchsten und der niedrigsten Lebenserwartung klaffte eine Lücke von rund acht Jahren – ein Faktum, das mit dem Anspruch der EU, die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern und das Wohlstandsgefälle zwischen den Mitgliedstaaten abzubauen, kaum zu vereinbaren ist.

Innerhalb der einzelnen EU-Länder herrschen zudem deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen leben durchweg länger als Männer. 2024 betrug die Lebenserwartung für weibliche Neugeborene EU-weit 84,4 Jahre, für männliche Neugeborene dagegen 79,2 Jahre. Die höchste Lebenserwartung hatten Frauen in Spanien (86,6 Jahre) und Männer in Schweden (82,6 Jahre). Die kürzeste Lebenszeit erwartete Frauen aus Bulgarien (79,7 Jahre) und Männer aus Lettland (71,6 Jahre). Die beobachteten Unterschiede können auf mehrere Ursachen zurückgeführt werden. Von zentraler Bedeutung sind die Lebensverhältnisse: die Höhe des Einkommens und die daraus resultierenden Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen und Umweltbelastungen. Auswirkungen auf die Länge des Lebens hat sodann der Lebensstil: die Ernährungsweise, die körperlichen Aktivitäten und die Erholung, nicht zuletzt aber der Tabak- und Alkoholkonsum. Und wichtig ist schließlich der Stand des Gesundheitswesens mit seinen Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Schwäche und Krebs. Frühzeitige Todesfälle (durch Kindersterblichkeit oder tödliche Unfälle) haben besonders großen Einfluss auf die voraussichtliche Lebenszeit eines Geburtsjahrgangs. Auffällig ist die niedrigere Lebenserwartung in einigen ehemals sozialistischen, östlichen EU-Mitgliedstaaten. Rückstände beim Ausbau der Infrastruktur, ein überlastetes Gesundheitswesen und eine geringere soziale Absicherung sind mögliche Erklärungen dafür.

Ausgabe: 01/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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