Gesundheitsausgaben steigen schneller als das BIP

Gesundheitsausgaben steigen schneller als das BIP
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Infografik Nr. 141266

Die Krankenkassenbeiträge steigen und steigen und mit ihnen der Druck auf das Haushaltseinkommen und die Lohnnebenkosten. Neue Berechnungen zeigen, dass die Gesundheitsausgaben seit Jahren fast immer stärker wuchsen als die volkswirtschaftliche Gesamtleistung. Über die zahlenmäßige Entwicklung und die Gründe dafür erfahren Sie mehr aus diesem ZAHLENBILD!

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Am 30. Juli 2026 trat das „Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ in Kraft. Der Gesetzgeber reagierte damit auf den kräftigen Anstieg der Krankenkassenbeiträge in den Jahren zuvor. Seit der Gesundheitsreform 2015 galt ein Sockel-Beitragssatz von 14,6 % des Einkommens, auf den die einzelnen Krankenkassen, falls erforderlich, einen Zusatzbeitrag aufschlagen konnten. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag aller Kassen lag 2015 bei 0,9 %. 2026 belief er sich bereits auf 2,9 %. Das ergab einen durchschnittlichen Gesamt-Beitragssatz von 17,8 %. 

In der steigenden Belastung der Beitragszahler spiegelt sich die Entwicklung der Ausgaben für die Gesundheit. Deren Gesamtbetrag kletterte im Zeitraum zwischen 2015 und 2024 von 343,4 Mrd Euro auf 538,2 Mrd Euro, d.h. um knapp 57 %. Ein Teil dieses Anstiegs war inflationsbedingt, so vor allem in den Jahren ab 2022, als die massiv anziehenden Energiepreise das gesamte Preisniveau der Lebenshaltung nach oben drückten. Die vom Statistischen Bundesamt erstmals vorgelegten preisbereinigten Gesundheitsausgaben zeigen jedoch, dass der Aufwand für die Gesundheit 2015 bis 2024 auch unabhängig von inflationären Preisschüben deutlich zunahm. Blieb der Zuwachs 2015 bis 2019 noch vergleichsweise moderat, schoss er in den Corona-Jahren steil nach oben: 2020 war ein reales Ausgaben-Plus von 5,9 % zu verzeichnen, 2021 gab es einen weiteren Anstieg um 7,1 %. 2023 erfolgte erstmals nach 20 Jahren ein Rückgang, ehe die Ausgaben 2024 wieder kräftig zunahmen.

Vergleicht man die preisbereinigten Ausgaben für das Gesundheitswesen mit der realen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland, wird deutlich, wie stark sich ihre Verläufe unterscheiden. Mit Ausnahme des Jahres 2023 blieb das reale Bruttoinlandsprodukt 2015 -2024 stets hinter den Gesundheitsausgaben zurück. Das heißt, die Nachfrage nach medizinischer Versorgung nahm weitgehend unabhängig vom Konjunkturverlauf zu. Hauptursache dafür war der wachsende Bedarf an Gesundheitsleistungen in einer alternden Gesellschaft. Während das reale BIP 2024 nur um 7,6 % höher war als 2015, erhöhten sich die preisbereinigten Gesundheitsausgaben in diesem Zeitraum um 31,6 %. Machten die Gesundheitsausgaben 2015 erst 10,9 % des realen BIP aus, lag dieser Anteil 2024 bereits bei 13,3 %. Ob die Sparvorgaben der Gesundheitsreform daran auf Dauer etwas ändern können, ist fraglich. Ein stärkeres Wirtschaftswachstum würde aber dazu beitragen, die Belastung durch die Gesundheitsausgaben in einem verträglichen Rahmen zu halten. (Basis der Preisbereinigung 2020 =100) 

Ausgabe: 10/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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