Schwerbehinderte Menschen

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Infografik Nr. 179020

Behinderungen treten in vielerlei Formen auf. Fast ein Viertel der schwerbehinderten Menschen (1,8 Mio) leidet unter sehr schweren Beeinträchtigungen mit dem höchsten Behinderungsgrad von 100. Viele haben außerdem mehrere Behinderungen nebeneinander zu verkraften. Die meisten Behinderungen sind krankheitsbedingt und damit erst im Lauf des Lebens erworben worden.

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Menschen gelten als behindert, wenn ihre körperliche Funktion, ihre geistige Fähigkeit oder ihre seelische Gesundheit auf längere Dauer (mindestens sechs Monate) vom alterstypischen Normalzustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (vgl. Sozialgesetzbuch IX, § 2). Wird ein amtlicher Behindertenausweis beantragt – er ist Voraussetzung für eine Reihe von sozialen Vergünstigungen und Leistungen –, stellt das zuständige Versorgungsamt den Grad der Behinderung fest. Als schwerbehindert werden Personen mit einem Behinderungsgrad von 50 bis 100 bezeichnet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren in Deutschland Ende 2019 rund 7,9 Mio schwerbehinderte Menschen (4,0 Mio Männer und 3,9 Mio Frauen) registriert; das entsprach fast 10 % der Bevölkerung. Weil die Statistik aber nur diejenigen erfasst, die einen Behindertenausweis beantragt und erhalten haben, ist die tatsächliche Zahl schwerbehinderter Menschen wohl noch höher anzusetzen.

Behinderungen treten in vielerlei Formen auf. Fast ein Viertel der schwerbehinderten Menschen (1,8 Mio) leidet unter sehr schweren Beeinträchtigungen mit dem höchsten Behinderungsgrad von 100. Viele haben außerdem mehrere Behinderungen nebeneinander zu verkraften. Fragt man nach der jeweils schwersten Behinderung, so stehen Funktionsstörungen des Herz-Kreislauf-Systems und der übrigen inneren Organe (Atemwege, Verdauungsorgane usw.) mit einem Anteil von 25 % an erster Stelle. Von geistig-seelischen Behinderungen und Suchtkrankheiten ist eine wachsende Zahl von Menschen betroffen, ihr Anteil liegt inzwischen bei 13 %. Rund 12 % sind vor allem durch Funktionseinbußen an Armen und Beinen oder den Verlust einzelner Gliedmaßen, weitere 10 % durch Schäden an Rumpf, Wirbelsäule oder Brustkorb beeinträchtigt. Hirnorganische Störungen und Querschnittlähmung stehen bei 9 % im Vordergrund.

Die meisten Behinderungen sind krankheitsbedingt und damit erst im Lauf des Lebens erworben worden – eine Feststellung, die Ende 2019 auf 89 % der Schwerbehinderten zutraf. In 3 % der Fälle sind sie angeboren, bei 2 % gehen sie auf Unfälle und Berufskrankheiten oder auf Kriegs-, Wehr- und Zivildienstschäden zurück. Die übrigen 6 % haben andere oder mehrfache, zum Teil auch ungeklärte Ursachen. Wie nicht anders zu erwarten, sind ältere Menschen in stärkerem Maß von Behinderungen betroffen. So befindet sich mehr als die Hälfte aller Schwerbehinderten bereits im Rentenalter (ab 65 Jahren). Und umgekehrt lässt sich sagen, dass von der Bevölkerung im Rentenalter jeder vierte (25 %) schwerbehindert ist. In der Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen liegt der Anteil der Schwerbehinderten dagegen unter 3 %.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 07/2020
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