Bedarfsgewichtete Einkommen

Bedarfsgewichtete Einkommen
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Infografik Nr. 286282

Einkommensvergleiche stützen sich oft auf das Nettoäquivalenzeinkommen. Damit wird berücksichtigt, dass in größeren Haushalten günstiger gewirtschaftet wird als in kleinen, pro Kopf also mehr zur Verfügung steht. Näheres zur Gewichtung der einzelnen Haushaltsmitglieder und zur Bildung des "mittleren" Einkommens erfahren Sie aus diesem ZAHLENBILD. Laden Sie es gleich herunter! 

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Die Lebenslage der privaten Haushalte wird entscheidend durch das Haushaltseinkommen bestimmt. In ihm fließen die Einkommen meist mehrerer Haushaltsmitglieder und aus unterschiedlichen Quellen zusammen. Was davon nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben als Nettoeinkommen übrigbleibt, kann für Konsumzwecke ausgegeben oder auf die hohe Kante gelegt werden.

Je nach der Erwerbsbeteiligung der Haushaltsmitglieder (erwerbstätig, arbeitslos, im Ruhestand, aus anderen Gründen nichterwerbstätig) bestehen beträchtliche Einkommensunterschiede zwischen den Haushalten. Will man ihre Einkommenslage vergleichen, empfiehlt es sich allerdings, die durchschnittliche Haushaltsgröße mit ins Kalkül zu ziehen. Schließlich macht es einen Unterschied, ob ein Verdiener oder mehrere zum Haushaltseinkommen beitragen und ob aus den verfügbaren Mitteln eine oder mehrere Personen unterhalten werden müssen.

Aus der Überlegung, dass ein großer Haushalt pro Person sparsamer wirtschaften kann als ein Einpersonenhaushalt, wird das sogenannte Äquivalenzeinkommen (das bedarfsgewichtete Pro-Kopf-Einkommen) international als Vergleichsmaßstab verwendet. Dabei zählt der Haupteinkommensbezieher eines Haushalts als 1 Bedarfseinheit, jede weitere Person ab 14 Jahren wird mit 0,5, jedes Kind mit 0,3 gewichtet. In einem Haushalt mit Eltern und einem Kind verteilt sich das Haushaltseinkommen demnach auf 1,8 Bedarfseinheiten. Einem 3-Personen-Haushalt in dieser Zusammensetzung genügt also das 1,8-fache Einkommen eines Einpersonenhaushalts, um mit dessen Lebensstandard gleichzuziehen.

Nach den Ergebnissen einer Unterstichprobe zum Mikrozensus 2025 lag das mittlere Nettoäquivalenzeinkommen der Personen ab 16 Jahren in Deutschland bei 2 423 € monatlich. Besser gestellt waren Erwerbstätige (mit 2 903 €) vor Rentnern und Pensionären (mit 2 074 €). Arbeitslose hatten dagegen im Mittel nur 1 216 € pro Monat zur Verfügung. Sonstige Nichterwerbstätige kamen auf 1 823 €. 

Das mittlere Einkommen (Median) teilt die jeweilige Gruppe in zwei Hälften, von denen die eine ein größeres, die andere ein geringeres Einkommen hat als diesen Betrag. Es präsentiert also einen typischen Wert aus der Mitte der Verteilung. An ihm wird übrigens das Armutsrisiko in der Bundesrepublik gemessen: Wer weniger als 60 % des mittleren Netto-Äquivalenzeinkommens aller Haushalte zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. 

Ausgabe: 09/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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