Duma-Wahl in Russland 2026

Duma-Wahl in Russland 2026
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Infografik Nr. 844544

Als "elektorale Autokratie" lässt Russland grundlegende Merkmale einer Demokratie vermissen. Doch es werden Parlamentswahlen abgehalten, deren Ergebnisse den Bürgern signalisieren sollen, dass der Kurs der Staatsführung unangefochten ist und die Machtstrukturen intakt sind. So auch bei der Duma-Wahl im September 2026. Sehen Sie die offiziellen Wahlresultate in einem prägnanten Schaubild!

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In politischen Systemvergleichen wird Russland heute als elektorale Autokratie eingestuft (vgl. V-Dem Institut, Göteborg: Democracy Report 2026). Es finden dort zwar regelmäßig Wahlen unter Beteiligung mehrerer Parteien statt, es fehlen aber grundlegende Merkmale einer Demokratie: freie Meinungsäußerung, Vereinigungsfreiheit, freie und faire Wahlen. Unter diesen Vorzeichen fanden auch die Wahlen zur 9. Staatsduma, dem Parlament der Russischen Föderation, am 18. bis 20. September 2026 statt. Wahlen bieten in einem autokratischen System keine Möglichkeit, sich zwischen personellen und politischen Alternativen zu entscheiden; umgekehrt signalisieren ihre Ergebnisse der Bevölkerung vielmehr, dass der politischer Kurs der Staatsspitze unangefochten ist und die Machtstrukturen intakt sind.

Wenige Monate nach der vorangegangenen Wahl, im Februar 2022, hatte Russland die benachbarte Ukraine militärisch angegriffen. Der dadurch entfesselte Krieg dauerte zum Zeitpunkt der Wahl im September 2026 immer noch an und hatte längst auch schwere Belastungen für Bevölkerung und Wirtschaft Russlands zur Folge. Eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema durfte aber nicht stattfinden und auch bei der Wahl blieb es im Hintergrund. Entgegen den Ergebnissen von Meinungsumfragen aus den Wochen vor der Wahl ließ das Wahlresultat keine Anzeichen von Zweifeln oder Unzufriedenheit in der Bevölkerung erkennen. Ganz im Gegenteil: Wie schon seit 2003 ging die Partei Einiges Russland, auf die sich Präsident Putin stützt, als dominierende Kraft aus der Wahl hervor. Laut offiziellem Ergebnis war sie mit 59 % der Stimmen und 78 % der Parlamentssitze sogar erfolgreicher als je zuvor.

Mit der Nichtzulassung der liberalen Partei Jabloko, der einzigen, die sich kritisch zum Krieg gegen die Ukraine äußerte, war schon im Vorfeld der Wahl die letzte oppositionelle Kraft aus dem Weg geräumt worden. Die vier Parteien, die neben Einiges Russland die 5%-Sperrklausel überwanden und ins Parlament einzogen, ordnen sich als Scheinopposition meist widerspruchslos in das System ein und stellen für die Putin-Partei keine Herausforderung dar: die Kommunistische Partei, die nationalistische und rechtspopulistische Liberaldemokratische Partei, die wirtschaftsliberale Partei Neue Leute, von der gemutmaßt wird, sie sei 2020 mit Zustimmung des Kreml entstanden, um die Stimmen jüngerer, liberaler denkender Wähler anzuziehen, und die seit 2006 als Ableger von Einiges Russland bestehende Partei Gerechtes Russland. Zusammen mit einigen unabhängigen Kandidaten errangen diese Parteien nur 16 der 225 Wahlkreismandate, so dass sie schon dadurch zur Bedeutungslosigkeit verurteilt waren. 

Ausgabe: 11/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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