EU-Umfrage zu Sicherheit und Verteidigung

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Infografik Nr. 715228

Laut einer Eurobarometer-Umfrage vom Juni 2026 sahen EU-weit 52% der Befragten die Sicherheit ihres eigenen Landes von außen bedroht. Und mehr als zwei Drittel unterstützten die eigene Verteidigung der EU. Neben der Bedrohung durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten dürfte dafür auch die Abkehr der USA von Europa eine Rolle gespielt haben. Ein Anstoß zur Diskussion!

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Von zwei Seiten her sieht sich die Europäische Union herausgefordert, mehr für ihre Sicherheit und Verteidigung zu tun als in langen Jahrzehnten zuvor. Zum einen ist mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine (2014/2022) der Krieg bis an ihre Außengrenzen herangerückt. Das Klima politischer Verständigung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Russland hat sich unter der Herrschaft des russischen Präsidenten Putin in ein spannungsgeladenes Gegeneinander verwandelt. Während EU und NATO-Staaten die Ukraine in ihrer Verteidigung unterstützen, versucht Russland, „den Westen“ mit verdeckten Operationen (Cyber-Attacken, Spionage, politische Einflussnahme) von seinem Kurs abzubringen. Zum anderen müssen die EU und die europäischen NATO-Mitglieder darauf reagieren, dass die USA unter Präsident Trump ihre militärischen Gewichte neu verteilen wollen, und ihre Verteidigung zunehmend in die eigenen Hände nehmen. 

Eine Eurobarometer-Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission sollte erkunden, wie die Unionsbürger diese Thematik beurteilen. Eine knappe Mehrheit (52 %) der Befragten in den 27 EU-Mitgliedstaaten sah zum Zeitpunkt der Befragung im Juni 2026 die Sicherheit des eigenen Landes bedroht. Das waren deutlich weniger als noch im Januar des Jahres. Besonders stark war das Gefühl der Bedrohung in Zypern (74 %) und Malta (66 %), Litauen (65 %) und Estland (62 %) sowie in Dänemark (61 %). Dabei dürften die Nähe des Iran-Kriegs oder des Ukraine-Kriegs, die illegale Wanderung übers Mittelmeer und der amerikanisch-dänische Konflikt über Grönland eine Rolle gespielt haben. In Ländern wie Slowenien, Kroatien, Österreich oder auch Italien war der Anteil derer, die ihr Land bedroht sahen, wesentlich niedriger.

Obwohl die Meinungen in der Frage der Bedrohung des eigenen Landes also weit auseinandergingen, unterstützten im EU-Durchschnitt mehr als zwei Drittel der Befragten (68 %) die eigenständige Verteidigung der EU. Auf den Satz „Die EU sollte ihre Fähigkeit stärken, sich eigenständig gegen potenzielle Bedrohungen von außen zu verteidigen“ reagierten 32 % mit uneingeschränkter Zustimmung; weitere 36 % stimmten ihm eher zu. Der Anteil derjenigen, die ihm „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“ zustimmten, lag bei 24 %. Hohe Zustimmungsraten gab es auch bei dieser Frage in Malta (92 %), Dänemark (80 %) und den an Russland angrenzenden Staaten Estland (79 %) und Finnland (75 %). In Deutschland und Frankreich sprachen sich je 68 % für die Stärkung der europäischen Verteidigung aus. Etwas schwächer war die Zustimmung in Polen (65 %), wo um die Beteiligung am EU-Rüstungsprogramm SAFE und andere verteidigungspolitische Fragen ein Streit zwischen Regierung und nationalkonservativer Opposition entbrannt ist. 

Ausgabe: 09/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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