Einkommenslage der Selbstständigen

Einkommenslage der Selbstständigen
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Infografik Nr. 286284

Die Selbstständigen bilden eine äußerst vielgestaltige soziale Gruppe – vom kleinen Dienstleister in prekären Lebensumständen bis zur wohlhabenden Unternehmensleiterin. Statistisch sind sie schwer zu fassen. Eine neuere Studie untersucht aber mit Hilfe von Befragungen die Einkommensunterschiede der Selbstständigen. Über einige wichtige Erkenntnisse informiert Sie dieses ZAHLENBILD!

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Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales befasst sich mit der sozialen Lage der Selbstständigen in Deutschland (M. Prien u.a., 2026). Sie beleuchtet damit die Verhältnisse einer sozialen Gruppe, über die aus Statistiken und Umfragen oft nur unvollständige und verzerrte Auskünfte zu gewinnen sind. Das liegt vor allem daran, dass sich die Bezeichnung „selbstständig“ auf Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen bezieht. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie keiner abhängigen Hauptbeschäftigung nachgehen, eine gewisse wirtschaftliche Autonomie genießen und damit „ihr eigener Chef“ sind.

Bei näherem Hinsehen gliedern sich die Selbstständigen aber in mehrere Teilgruppen, die sich nach dem Grad ihres Entscheidungsspielraums, ihrer wirtschaftlichen Sicherheit und ihrer Einkommenssituation deutlich unterscheiden können. Einer dieser Unterschiede betrifft die Frage, ob es sich um Selbstständige handelt, die andere Menschen in ihrem Unternehmen beschäftigen, oder um sogenannte Solo-Selbstständige, die allein ihrer Tätigkeit nachgehen. Die genannte Studie geht für 2024 von insgesamt 3,7 Mio Selbstständigen in Deutschland aus. In dieser Zahl sind gewerbliche und freiberufliche Tätigkeiten im Haupt- und Nebenerwerb enthalten; 49 % entfallen auf Selbstständige mit Beschäftigten, 51 % auf Solo-Selbstständige.

Entsprechend vielgestaltig sind die Einkommensverhältnisse der Selbstständigen. Generell sind ihre Einkommen breiter gestreut als die der abhängig Beschäftigten. Denn Selbstständigkeit bietet einerseits Chancen auf einen hohen Verdienst, ist andererseits aber auch mit dem Risiko eines niedrigen Einkommens verbunden. Wie die Studie ergab, hatte ein Drittel der Selbstständigen (33,4 %) ein Nettoäquivalenzeinkommen von höchstens 2 000 Euro im Monat. (Zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens wird das gesamte Haushaltseinkommen nach Abzug von Steuern und Sozialbeiträgen bedarfsgewichtet auf die Haushaltsmitglieder aufgeteilt.) Demgegenüber verfügte fast ein Fünftel der Selbstständigen (18,9 %) über ein Nettoäquivalenzeinkommen von mehr als 5 000 Euro. Mehr als 8 000 Euro hatten 8,9 % der Selbstständigen, aber nur 2,1 % aller Erwerbstätigen zur Verfügung.

Viele Selbstständige sind damit materiell gut aufgestellt. Doch es gibt eben auch die große Gruppe derjenigen, die in bescheidenen oder gar prekären Verhältnissen leben und nicht die Mittel aufbringen können oder wollen, um für Notzeiten oder das Alter vorzusorgen. 

Ausgabe: 10/2026
Produktformat: eps-Version, Komplette Online-Ausgabe als PDF-Datei.
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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